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Oschatzer Allgemeine Zeitung 11.02.2019

Heimatverein Oschatz steckt Jahresprogramm ab

Oschatz. Übergabe und Übernahme: Der neue Vorstand des Oschatzer Geschichts- und Heimatvereins (wir berichteten) hat bei seiner ersten Zusammenkunft nach der Wahl am 29. Januar am vergangenen Donnerstagabend die Vereins-Unterlagen und das Archiv vom bisherigen Vereinsvize Marcus Büttler übernommen. Anschließend steckte der fünfköpfige Vorstand die Eckpunkte für das Vereinsprogramm 2019 ab. Auftakt soll eine Präsentation der bisherigen Vereinspublikationen zum Tag des Buches am 23. April sein.
Nächster Termin ist dann das Oschatzer Stadt- und Vereinsfest am 29. Juni, bei dem die Heimatfreunde ihren Verein an einem eigenen Stand präsentieren wollen.
Wahrscheinlich im September ist ein gemeinsamer Besuch der Sonderschau „Hochzeit des Jahrhunderts“ im Wermsdorfer Schloss Hubertusburg geplant.
Und zum Treffen der ehemaligen Waagenbauer am 25. Oktober will der Heimatverein eine neue Publikation zum 200. Geburtstag von Ernst Friedrich Pfitzer in der Reihe „Berühmten Oschatzern auf der Spur“ herausbringen. Pfitzer war einer der Gründer der „Waagenfabrik Gebrüder Pfitzer“, die 1845 in Oschatz ihre Produktion aufnahm.



Oschatzer Allgemeine Zeitung 31.01.2019

Heimatverein: Dana Bach übernimmt das Ruder
Führungskrise überwunden / Fünfköpfiger Vorstand gewählt


Der neue Vorstand (v.l.) Dr. Manfred Schollmeyer, Romy Mammitzsch, Dana Bach, Gerald Polster mit Wahlleiter Andreas Kretschmar.

Oschatz. Die Zukunft des Oschatzer Geschichts- und Heimatvereins mit seinen 36 Mitgliedern steht seit einiger Zeit auf Messers Schneide. Grund: Die Führungsspitze bröckelt. Der bisherige Vorsitzende Herbert Berndt kann dieses Amt gesundheitsbedingt nicht mehr ausüben und sein Stellvertreter Marcus Büttler hielt sich mit klaren Aussagen zu seinem weiteren Engagement im Verein zurück. Mit der Wahl eines neuen Vorstandes am Dienstagabend ist die Zukunft des Vereins nun wieder gesichert. Als Vereinsmitglied hatte sich der Oschatzer Oberbürgermeister Andreas Kretschmar als Wahlleiter zur Verfügung gestellt. „Es ist wichtig, dass wir weiterhin die Zeitgeschichte dokumentieren“, begründete er sein Engagement. Als neue Vorsitzende wurde von den 22 anwesenden, stimmberechtigten Mitgliedern Dana Bach (47) gewählt, ihr Stellvertreter ist Gerald Polster (60). Im Vorstand arbeiten außerdem Romy Mammitzsch (44, Finanzen), Manfred Schollmeyer (79, Schriftführer) und Frank Hörügel (54, Öffentlichkeitsarbeit) mit. Nach ihrer Wahl dankte Dana Bach für das Vertrauen der Wahlberechtigten. Sie erinnerte daran, dass es nicht einfach gewesen sei, einen neuen und engagierten Vorstand zu finden. „Wir wollen, dass unser Verein weiterhin in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird“, sagte die neue Vereinschefin.

Unter den Vereinsmitgliedern war die Erleichterung groß, dass die Führungskrise überwunden ist. „Bloß gut. Denn wir haben hier schon zwei Mal gesessen, als es richtig kritisch war“, sagte Wolfgang Michael.



Oschatzer Allgemeine Zeitung 25.01.2019

„1918/19 war ein Revolutiönchen“
Oschatzer Geschichte(n) zeigt die Stadt vor hundert Jahren als wenig revolutionär

Von Manuel Niemann


Die Referenten: Wolfgang Michael (links) und Dietmar Wendler.

Oschatz.
Der Geschichts- und Heimatverein, die Rosa- Luxemburg-Stiftung und die Stadtratsfraktion der Partei Die Linke machen in Oschatz 100 Jahre wett: Denn in den Vorträgen unter der Überschrift „Revolution 1918 in Oschatz – Rätemacht, Soziale Volksrepublik, Freistaat?“ ent- führten sie gemeinsam in eine politisch bewegte Zeit. Die Vergangenheit wurde lebendig, dafür sorgten am Donnerstagabend im Thomas- Müntzer-Haus Dietmar Wendler, Gesellschaftswissen- schaftler aus Chemnitz, und der Oschatzer Autor Wolfgang Michael. Während es Wendler oblag, das Ende des Ersten Weltkriegs aus Sicht des damit endenden Kaiserreichs und des Königreichs Sachsens zu schildern, blickte Michael auf Oschatz.

Nach Soldatenaufständen, Abdankung des Kaisers und dem Entstehen der Weimarer Republik – deren Scheitern er vorweg nahm – endete Wendler mit einer Karte früher und wilder KZs: „Am Ende ging es darum, Jagd auf die ‚Novemberverbrecher’ zu machen.“

Michael musste seinen Bogen nicht so weit spannen: „Vorausgeschickt sei, dass in Oschatz keine Revolution, sondern höchstens ein Revolutiönchen stattfand“, begann er, um dann doch Charakteristisches für die Stadt herauszuarbeiten. Er hatte Zeitungen als Quellen gesichtet und konnte damit das wenig revolutionäre Geschehen in Oschatz nachzeichnen. Dabei stützte er sich auf das Oschatzer Tageblatt und den Oschatzer Gemeinnützigen, zwei „ausgesprochen bürgerliche“ Blätter, eines bürgerlich-liberal, das andere deutsch-national. Dass es in Oschatz nicht zu einer mächtigeren Umwälzung kam, rechne er zwei Gründen zu: Die Stadtverwaltung hatte es geschafft, dass die Bevölkerung versorgt war. „Also wenigstens mit den wichtigsten Lebensmitteln.“ Hungeraufstände, wie in den Großstädten, blieben aus.

Den zweiten Grund sah er in der Gesellschaft der Stadt: „Oschatz war eine Stadt, die tiefbürgerlich und national gesinnt war. Es gab zwar eine starke SPD-Gruppe, sie trat aber wenig gesellschaftlich wirksam auf.“ Zwar kam es auch in Oschatz zu Arbeiter-und-Soldaten-Räten und Wahlurnen wurden verbrannt. Aber nach den Wahlen zur Nationalversammlung, der sächsischen Regierung und des Stadtrats ist dieser tief bürgerlich dominiert. Die Unkosten der Revolution werden per Beschluss der Stadtverordnung am 15. Januar 1919 dann auf 800 Mark festgesetzt und großzügig für die Stadt übernommen. „Das steht wirklich so im Protokoll!“, staunte Michael selbst, der auch eine Zahl zur Einordnung hatte: Die Kriegsausgaben für die Stadt seien auf 2,8 Millionen Mark beziffert worden.



Oschatzer Allgemeine Zeitung 12.01.2019

Artur ohne h – Oschatzer Moritz-Schau
würdigt Maler und räumt mit Fehler auf

Zum 60. Todestag: Werkausstellung und Publikation widmen sich dem Lehrer, Musiker und Heimatmaler

Von Christian Kunze


Ein Blick auf die St. Aegidienkirche und den Wachturm an der Amtsfronfeste, festgehalten im Jahr 1918 von Artur Moritz.

Oschatz. Artur Moritz oder Arthur Moritz? Diese Frage beantwortet die neue Publikation des Oschatzer Geschichts- und Heimatvereins indirekt. Zwar ist der Vorname des in Oschatz geborenen Malers auf der nach ihm benannten Straße zwischen der Bundesstraße 6 und der Oststraße in Oschatz mit „h“ vermerkt, richtig ist jedoch die Schreibweise ohne „h“. Erstmals falsch notiert – also mit „h“ – hat es bereits die Hebamme. Die Geburtsurkunde beinhaltet das „h“, spätere Publikationen allesamt nicht mehr.

Abgedruckt ist die Urkunde im Buch „Auf den Spuren berühmter Oschatzer Persönlichkeiten – Artur Moritz – Sächsischer Heimatmaler.“ Die elfte Folge der Schriftenreihe „Oschatzer Geschichte(n)“ begibt sich auf die Spuren des Lehrers, der leidenschaftlich gern malte, zeichnete und musizierte. Dana Bach, Leiterin des Stadt- und Waagenmuseums Oschatz und Dr. Manfred Schollmeyer vom Geschichts- und Heimatverein, zeichnen seinen Lebensweg nach und würdigen vor allem sein Werk. 38 Gemälde, Skizzen und Zeichnungen sind Bestandteil des 50 Seiten umfassenden Werkes, welches am Donnerstagabend in der Stadthalle Thomas-Müntzer-Haus am Altmarkt vorgestellt wurde. Zu sehen sind dort seit dieser Woche 44 Werke des Oschatzers, der vor 126 Jahren geboren wurde und vor 60 Jahren, am 4. Januar 1959, starb. Beide „Jubiläen“ veranlassten die Initiatoren zur Recherche und Publikation des Buches sowie zur Ausstellung, die noch bis 1. Juli zu sehen sein wird.

Zu den Gästen der Ausstellungseröffnung gehörten nicht nur rund 60 Oschatzerinnen und Oschatzer, sondern auch Nachfahren und Verwandte des Künstlers. Elisabeth Schmieder, die Ehefrau des Neffen von Artur Moritz sowie ihr Sohn samt Schwiegertochter waren gekommen. In deren Besitz befinden sich rund 50 weitere Moritz-Werke sowie zahlreiche Briefe, die Moritz seiner Geliebten und späteren Ehefrau Elisabeth Winkler im Jahr 1927 geschrieben hat. Die Tatsache, dass Elisabeth Schmieder zur Ausstellungseröffnung aus diesen Briefen vorlas, sorgte für eine ganz persönliche Note. Sprach doch zu diesem Anlass der Künstler indirekt selbst zu den Anwesenden. Näher kann man einem Verstorbenen wohl kaum kommen.

Für die Heimatstadt des Malers ist es bereits die vierte Ausstellung zu dessen Werk. Seit 1993, dem Jahr seines 100. Geburtstages, gibt es den „Arthur-Moritz-Weg“, Werksschauen gab es bereits 1988 anlässlich der 750-Jahr-Feier von Oschatz im Museum sowie in den Jahren 1989 und 1991 in der Galerie an der Promenade, in dem Gebäude was umgangssprachlich „Banane“ genannt wurde und heute nicht mehr existiert. Nun also, 60 Jahre nach seinem Tod, die vierte Schau und das Buch zum zu Unrecht vergessenen Maler, der weit mehr war als der „Rehmaler“, zu dem ihn manche Kritiker degradierten.

Tiere gehörten ebenso zu seinem bevorzugten Motiven wie Porträts, Landschaften, Stadtansichten, Stillleben und Skizzen. Oschatz bildete er ebenso ab wie seine späteren Wohn- und Wirkungsorte Pesterwitz und Oberbaundorf. In Oschatz jedoch keimte sein künstlerisches Schaffen und hier sind im Magazin des Museums inzwischen 150 seiner Werke zu finden.


Museumsleiterin Dana Bach (l.) erläutert Moritz-Bilder; Elisabeth Schmieder, Ehefrau des Neffen von Artur Moritz, liest Briefe des Malers zur Vernissage.

Folge 11 der „Oschatzer Geschichte(n)“ widmet sich dem sächsischen Heimatmaler Artur Moritz aus Oschatz. Das Buch kostet zehn Euro und ist erhältlich in der Buchhandlung Roscher (Lutherstraße 4 bis 6), der Oschatz-Information (Neumarkt 2) und dem Stadt- und Waagenmuseum (Frongasse 1)

Kommentar
Großes Interesse an Artur Moritz

Es kommt nicht alle Tage vor, dass zu einer Ausstellungseröffnung nicht nur Bilder gezeigt werden, sondern auch gesungen und sogar aus Briefen zitiert wird. Beides erlebten die Besucher der Vernissage zum Werk des Oschatzer Malers Artur Moritz im Thomas-Müntzer-Haus. Die Lieder, vorgetragen von Johanna Marie Lösche und die geschriebenen Worte, gelesen von Elisabeth Schmieder, einer Verwandten des Malers, Lehrers und Musikers, gaben dem Abend eines besondere, einmalige Note. Hinzu kam die Vorstellung des neuen Büchleins über Artur Moritz. Die Veröffentlichung des Geschichts- und Heimatvereins hat, neben den Oschatzer Motiven in der Schau, viele Neugierige angelockt. Dass über 50 Menschen in Oschatz eine Vernissage besuchen, ist eine absolute Ausnahme. Dieses große Interesse zeigt: Die Würdigung des manchmal als „Rehmaler“ verspotteten Artur Moritz im Jahr seines 60. Todestages ist gerechtfertigt. Die Stadt sollte das Andenken an ihn weiter hochhalten – und bei Gelegenheit den Schreibfehler im Straßennamen ausbessern. Denn selbst auf dem Grabstein des Künstlers steht korrekt „Artur“ statt „Arthur“

 


Oschatzer Allgemeine Zeitung 10.01.2019

Heute Vernissage zur Arthur Moritz-Schau im Müntzerhaus

Oschatz. Die Stadt hat einige bekannte Persönlichkeiten hervorgebracht. Dazu gehört der Maler Arthur Moritz (1893 – 1959). Moritz war sein Leben lang mit seiner Geburtsstadt verbunden, im Stadt- und Waagenmuseum befinden sich einige Werke von ihm. Zum 60. Todestag widmet das Museum Arthur Moritz eine Ausstellung im Thomas-Müntzer-Haus am Altmarkt. Heute gibt es 18.30 Uhr eine Vernissage, bei der man den sächsischen Heimatmaler und sein Werk näher kennen lernen kann. Der Eintritt ist frei. Ferner stellen Museumsleiterin Dana Bach und Heimatautor Dr. Manfred Schollmeyer ihr gemeinsames Buch „Auf den Spuren berühmter Oschatzer Persönlichkeiten - Arthur Moritz - Sächsischer Heimatmaler“ vor. Es zeichnet den Lebensweg des Künstlers nach und würdigt sein Werk.