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Oschatzer Allgemeine Zeitung 12.01.2019

Artur ohne h – Oschatzer Moritz-Schau
würdigt Maler und räumt mit Fehler auf

Zum 60. Todestag: Werkausstellung und Publikation widmen sich dem Lehrer, Musiker und Heimatmaler

Von Christian Kunze


Ein Blick auf die St. Aegidienkirche und den Wachturm an der Amtsfronfeste, festgehalten im Jahr 1918 von Artur Moritz.

Oschatz. Artur Moritz oder Arthur Moritz? Diese Frage beantwortet die neue Publikation des Oschatzer Geschichts- und Heimatvereins indirekt. Zwar ist der Vorname des in Oschatz geborenen Malers auf der nach ihm benannten Straße zwischen der Bundesstraße 6 und der Oststraße in Oschatz mit „h“ vermerkt, richtig ist jedoch die Schreibweise ohne „h“. Erstmals falsch notiert – also mit „h“ – hat es bereits die Hebamme. Die Geburtsurkunde beinhaltet das „h“, spätere Publikationen allesamt nicht mehr.

Abgedruckt ist die Urkunde im Buch „Auf den Spuren berühmter Oschatzer Persönlichkeiten – Artur Moritz – Sächsischer Heimatmaler.“ Die elfte Folge der Schriftenreihe „Oschatzer Geschichte(n)“ begibt sich auf die Spuren des Lehrers, der leidenschaftlich gern malte, zeichnete und musizierte. Dana Bach, Leiterin des Stadt- und Waagenmuseums Oschatz und Dr. Manfred Schollmeyer vom Geschichts- und Heimatverein, zeichnen seinen Lebensweg nach und würdigen vor allem sein Werk. 38 Gemälde, Skizzen und Zeichnungen sind Bestandteil des 50 Seiten umfassenden Werkes, welches am Donnerstagabend in der Stadthalle Thomas-Müntzer-Haus am Altmarkt vorgestellt wurde. Zu sehen sind dort seit dieser Woche 44 Werke des Oschatzers, der vor 126 Jahren geboren wurde und vor 60 Jahren, am 4. Januar 1959, starb. Beide „Jubiläen“ veranlassten die Initiatoren zur Recherche und Publikation des Buches sowie zur Ausstellung, die noch bis 1. Juli zu sehen sein wird.

Zu den Gästen der Ausstellungseröffnung gehörten nicht nur rund 60 Oschatzerinnen und Oschatzer, sondern auch Nachfahren und Verwandte des Künstlers. Elisabeth Schmieder, die Ehefrau des Neffen von Artur Moritz sowie ihr Sohn samt Schwiegertochter waren gekommen. In deren Besitz befinden sich rund 50 weitere Moritz-Werke sowie zahlreiche Briefe, die Moritz seiner Geliebten und späteren Ehefrau Elisabeth Winkler im Jahr 1927 geschrieben hat. Die Tatsache, dass Elisabeth Schmieder zur Ausstellungseröffnung aus diesen Briefen vorlas, sorgte für eine ganz persönliche Note. Sprach doch zu diesem Anlass der Künstler indirekt selbst zu den Anwesenden. Näher kann man einem Verstorbenen wohl kaum kommen.

Für die Heimatstadt des Malers ist es bereits die vierte Ausstellung zu dessen Werk. Seit 1993, dem Jahr seines 100. Geburtstages, gibt es den „Arthur-Moritz-Weg“, Werksschauen gab es bereits 1988 anlässlich der 750-Jahr-Feier von Oschatz im Museum sowie in den Jahren 1989 und 1991 in der Galerie an der Promenade, in dem Gebäude was umgangssprachlich „Banane“ genannt wurde und heute nicht mehr existiert. Nun also, 60 Jahre nach seinem Tod, die vierte Schau und das Buch zum zu Unrecht vergessenen Maler, der weit mehr war als der „Rehmaler“, zu dem ihn manche Kritiker degradierten.

Tiere gehörten ebenso zu seinem bevorzugten Motiven wie Porträts, Landschaften, Stadtansichten, Stillleben und Skizzen. Oschatz bildete er ebenso ab wie seine späteren Wohn- und Wirkungsorte Pesterwitz und Oberbaundorf. In Oschatz jedoch keimte sein künstlerisches Schaffen und hier sind im Magazin des Museums inzwischen 150 seiner Werke zu finden.


Museumsleiterin Dana Bach (l.) erläutert Moritz-Bilder; Elisabeth Schmieder, Ehefrau des Neffen von Artur Moritz, liest Briefe des Malers zur Vernissage.

Folge 11 der „Oschatzer Geschichte(n)“ widmet sich dem sächsischen Heimatmaler Artur Moritz aus Oschatz. Das Buch kostet zehn Euro und ist erhältlich in der Buchhandlung Roscher (Lutherstraße 4 bis 6), der Oschatz-Information (Neumarkt 2) und dem Stadt- und Waagenmuseum (Frongasse 1)

Kommentar
Großes Interesse an Artur Moritz

Es kommt nicht alle Tage vor, dass zu einer Ausstellungseröffnung nicht nur Bilder gezeigt werden, sondern auch gesungen und sogar aus Briefen zitiert wird. Beides erlebten die Besucher der Vernissage zum Werk des Oschatzer Malers Artur Moritz im Thomas-Müntzer-Haus. Die Lieder, vorgetragen von Johanna Marie Lösche und die geschriebenen Worte, gelesen von Elisabeth Schmieder, einer Verwandten des Malers, Lehrers und Musikers, gaben dem Abend eines besondere, einmalige Note. Hinzu kam die Vorstellung des neuen Büchleins über Artur Moritz. Die Veröffentlichung des Geschichts- und Heimatvereins hat, neben den Oschatzer Motiven in der Schau, viele Neugierige angelockt. Dass über 50 Menschen in Oschatz eine Vernissage besuchen, ist eine absolute Ausnahme. Dieses große Interesse zeigt: Die Würdigung des manchmal als „Rehmaler“ verspotteten Artur Moritz im Jahr seines 60. Todestages ist gerechtfertigt. Die Stadt sollte das Andenken an ihn weiter hochhalten – und bei Gelegenheit den Schreibfehler im Straßennamen ausbessern. Denn selbst auf dem Grabstein des Künstlers steht korrekt „Artur“ statt „Arthur“

 


Oschatzer Allgemeine Zeitung 10.01.2019

Heute Vernissage zur Arthur Moritz-Schau im Müntzerhaus

Oschatz. Die Stadt hat einige bekannte Persönlichkeiten hervorgebracht. Dazu gehört der Maler Arthur Moritz (1893 – 1959). Moritz war sein Leben lang mit seiner Geburtsstadt verbunden, im Stadt- und Waagenmuseum befinden sich einige Werke von ihm. Zum 60. Todestag widmet das Museum Arthur Moritz eine Ausstellung im Thomas-Müntzer-Haus am Altmarkt. Heute gibt es 18.30 Uhr eine Vernissage, bei der man den sächsischen Heimatmaler und sein Werk näher kennen lernen kann. Der Eintritt ist frei. Ferner stellen Museumsleiterin Dana Bach und Heimatautor Dr. Manfred Schollmeyer ihr gemeinsames Buch „Auf den Spuren berühmter Oschatzer Persönlichkeiten - Arthur Moritz - Sächsischer Heimatmaler“ vor. Es zeichnet den Lebensweg des Künstlers nach und würdigt sein Werk.