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Spurensuche in Oschatz

In diesen Tagen wurde Tanguy Doron ein großer Traum erfüllt. Er wanderte mit seinem Sohn Maximilian auf den Spuren seines Großvaters Abel Doron (*1915 †2003), der als französischer Kriegsgefangener von 1940 bis 1945 im Stalag IVG war. Nach seiner Gefangennahme und Registrierung in Mühlberg (Stalag IVB) 1940 kam er anschließend zum Stalag IVG nach Oschatz. Von Juli bis Oktober 1940 musste Abel Doron in der Ziegelei in Mahlis arbeiten. Ab 20. Oktober 1940 bekam er ein neues Arbeitskommando zugeteilt - ein Bauernhof in Calbitz. Nun war die Arbeit nicht mehr so schwer und es gab genügend zu essen.

Auf dem Foto links oben Abel Doron in Calbitz am Teich. Leider sind die anderen Mitgefangenen nicht bekannt.
 
 

Später hat er in der Familie wenig darüber erzählt, aber wenn er von Calbitz und der Familie Thomas sprach bekam er leuchtende Augen. Für Abel war es keine schlimme Zeit. Nur die Trennung von der Familie verursachte ihm einen Schmerz.





Die Personalkarte von Abel Doron aus Vendome, die seine Stationen der Kriegsgefangenschaft dokumentiert.



Um sich über die Strukturen der Kriegsgefangenschaft einen Überblick zu verschaffen besuchte Tanguy Doron (*1968) die Ausstellung im Rathaus zum Stalag IVG in Oschatz.



Der anschließende Spaziergang durch unsere Stadt bis zum ehemaligen Stalag-Hauptgebäude in der Lutherstraße hat ihn und seinen Sohn Maximilian (*1992) sehr beeindruckt. Sie waren von Oschatz und ihrem mittelalterlichen Flair sehr angetan.



Von der Ziegelei in Mahlis ist nicht mehr viel zu sehen. Das Werk mit dem hohen Schornstein wurde schon vor Jahren abgerissen. Aber das Wohnhaus des ehemaligen Werkbesitzers Kunze ist heute noch vorhanden. Tanguy und Maximilian konnten sich vorstellen, wie ihr Großvater und Urgroßvater hier gelebt und gearbeitet hat.



Der Höhepunkt dieses ereignisreichen Tages war das Treffen mit den Nachfahren der Familie Thomas. Es trafen sich nicht nur die Enkel der betroffenen Familien, sondern bereits die Urenkel – also ein Treffen der 3. Generation. Für alle Beteiligten war dies eine sehr herzliche Begegnung, die auf jeden Fall wiederholt werden wird.
Oschatz, den 24.05.2020  Gabriele Teumer 


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