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In den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts gibt es sehr widersprüchliche Aussagen zur Oschatzer Bildung. In einer Akte der Schulinspektion [24] bemerkt der damalige Superintendent Dr. Liebe abschätzig: „er könne sich von der Anschauung nicht losmachen, daß Oschatz in gewerblicher Beziehung hauptsächlich darum zurück, oder noch nicht mit der Zeit und mit den anderen Städten vorwärts gehe, weil von Haus aus der Trieb zu lernen, im Leben und in der Welt, so wenig genährt und geweckt worden sei.“

Andererseits bemüht sich der Stadtrat beim Königlich-sächsischen Ministerium für Bildung und Kultus um die Einrichtung eines Realgymnasiums in Oschatz, weil es der „große Wille eines wichtigen Teils der Oschatzer Bevölkerung sei, ihren Söhnen eine höhere Bildung“ zu vermitteln. Das Ministerium zeigt sich zunächst auch nicht abgeneigt, aber die Stände (das „Parlament“ des Königreiches) vergeben die Schule nach Döbeln. Diese Ablehnung führt nun zu einem lange währenden zermürbenden Kleinkrieg der für die Schule zuständigen Gremien Schulausschuß, Stadtrat und Stadtverordneten um Sinn und Zweck der Einführung so genannter „Selecten­klassen“ zu Förderung der besten Schüler. Härtwig mein sogar, dass sein Vorgänger Bürgermeister Walter deshalb „darauf [zu] verzichten, der Stadt seine Dienste länger zu widmen;“.

Um Oschatz zu entschädigen erhielt die Stadt 1871 nun den Zuschlag für die Einrichtung eines Lehrerseminars zur Ausbildung von Volksschul-Lehrern. Bis zum Jahr 1875 waren die Gründungsklassen noch in den städtischen Schulgebäuden unter gebracht. !875 wurde das neue Gebäude mit angeschlossenem Internat übergeben. Etwa 170 Zöglinge, von denen 150 im Internat lebten, wurden hier unterrichtet. In den Jahren 1907/08 wurde das Hintergebäude für die Übungsklassen und für die Musikausbildung gebaut.

Erst die 1870 in Sachsen begonnene Trennung von Kirche und Staat führte zur selbstständigen Verwaltung und fachmännischen Aufsicht über das Schulwesen. Diese Entwicklung fand in den 1874 gegründeten „Bezirksschulämtern“ ihren Abschluß. Diese waren staatliche Schulaufsichtsbehörden mit festem Zuständigkeitsbereich. Oschatz gehörte zunächst zum Bezirksschulamt Döbeln.

Der Superintendent gehörte ihnen nicht mehr an.

Das „Gesetz, das Volksschulwesen betreffend“ vom 26. April 1873 legte die Veränderungen in den Schulen und in deren Verwaltung fest. Die Bezirksschulinspektion war die nächste, den Ortsschulvorständen vorgesetzte und vornehmlich zur Aufrechterhaltung der äußeren Ordnung im Schulwesen bestellte Behörde. Sie war der obersten Schulbehörde, dem Ministerium für Kultus und öffentlichen Unterricht ohne Mittelbehörde direkt unterstellt.

Um den neuen gewachsenen Anforderungen an das Schulwesen gerecht zu werden berät der Schulausschuß am 4. Juni 1875 einen „vom Bürgermeister Walter selbst gefertigten Entwurf“ einer neuen Lokalschulordnung. Aus den Akten ergeben sich zwei wesentliche Ursachen. In einem Anschreiben der Königlichen Schulinspektion heißt es:

„Im Interesse des städtischen Schulwesens halte ich eine baldige Regulierung der Gehaltsverhältnisse für dringend nothwendig. Der Lehrermangel ist gegenwärtig so bedeutend, daß die Stadt leicht tüchtige Kräfte verlieren könnte, wenn eine günstigere Stellung derselben noch weiter hinaus geschoben werden sollte. Ist einmal das im Entwurf aufgestellte Princip der Gehaltsclassen angenommen, so kann die Regulierung der Gehalte erfolgen, ohne daß die Localschulordnung vollständig durchberathen und genehmigt vorliegen müsste."

In einem Gutachten der Schulinspektion wird der zweite Grund deutlich (Bl. 14)

„…Da sich aber in Oschatz das Bedürfnis nach einer höheren Stufe der Jugendbildung geltend macht und man namentlich auch wünscht, daß den Knaben Gelegenheit geboten werden möchte, sich auf die Tertia einer Realschule bez. eine Gymnasiums am Orte selbst vorzubereiten, so habe ich in der beabsichtigten Bildung einer Selectenklasse einen wichtigen Fortschritt in der Weiterentwicklung des städtischen Schulwesens zu begrüßen…“

Am 28. Dezember 1875 beraten zum ersten Mal die Stadtverordneten darüber und beschließen, eine Kommission zur Prüfung ein zusetzen. Der Rat mahnt am 22. Februar 1876 die Beratung dringend an. Am 1. März 1876 legt die Kommission einen 16seitigen Bericht vor (Bl.72-79)

Grundsätzlich begrüßt sie die Weiterentwicklung des städtischen Bildungswesens:“…nicht unwesentlicher Fortschritt gemacht werde, daß gilt insbesondere von den nach §2 des Entwurfs in das Leben zu rufenden Selectenklassen, mit welchen nicht nur die Bedürfnisse nach einer weiteren Ausbildung der Schüler und Schülerinnen, welche die einfache Volksschule zu bieten nicht im Stande ist,…sondern auch die Füglichkeit herbeiführt, länger als bei der bisherigen Schuleinrichtung möglich war, die Kinder dem elterlichen Hause zu erhalten, was allen Classen der Einwohnerschaft zum Nutzen gereicht.“ Es gibt noch kleine Einwände gegen Unterrichtszeiten in der Fortbildungsschule, gegen Überstundenbezahlung und Höherstufung des Direktors der Bürgerschule.

Am 3. März 1876 beraten die Stadtverordneten und stimmen der Localschulordnung nach langer Diskussion im wesentlichen zu. [25]

Die hier erwähnten Selectenklassen sollen die begabten Schüler auf den Besuch eines humanistischen Gymnasiums oder einer Realschule vorbereiten. Mit dem Schulneubau werden alle diese Wünsche erfüllbar. Doch vorher, am 3. November 1876 fordert der Oschatzer Schulausschuß die Schulinspektion auf:

„ ein Gutachten darüber abzugeben: wie nach seiner Meinung das hiesige Schulwesen unter Annahme einer Lehrerzahl von 18, sowie des Achtklassensystems für die erste Mädchenbürgerschule und unter Beibehaltung von Classen, welche Knaben bis zum 14. Lebensjahre soweit fördern, daß sie in der Tertia einer Realschule unter Zuhülfenahme von lateinischen bzw. eines Gymnasiums unter Zuhülfenahme von griechischen und lateinischen Privatunterricht Aufnahme finden können, am besten zu organisieren sei.“ [26]

Das 12-seitige Gutachten geht am 28. Dezember 1876 ein. Zunächst hat sich der Inspektor die Schule in Oschatz gründlich angesehen und ist auch der Meinung, daß eine Reorganisation dringend nötig ist. So hat er in der 3. Klasse der einfachen Volksschule 76 Kinder angetroffen. Das widerspricht dem sächsischen Schulgesetz von 1847. Es sollten also ab Ostern statt fünf jetzt sechs Klassen eingerichtet werden. Die übrige Organisation der Schule sollte auch verbessert werden, da ja „Oschatz hinsichtlich seiner Bevölkerung und Bildungsbedürfnisse und seiner Bürger nicht hinter solchen Städten wie Borna, Roßwein, Leisnig, Grimma pp. zurückstehen möchte…daß die hiesige Bürgerschaft bezüglich der Jugendbildung entschieden für den Fortschritt ist und für die tüchtige Schulung ihrer Lieblinge, die später ihr Erbe antreten und die Entwicklung der Stadt weiter führen und den Vätern Ehre machen sollen, gern entsprechende Opfer bringen will – ist doch eine gute Schulbildung die beste Ausstattung für das Leben, mehr werth als klingende Münze.“

Deshalb empfiehlt der Inspektor die Einrichtung einer höheren Volksschule, an Stelle der Selecta. Mit der Erweiterung der niederen Volksschule brauchte die Stadt dann wöchentlich 580 Lehrstunden, die vorgeschlagenen 18 Lehrer decken nur 520 ab, es müssten also zwei Lehrer mehr eingestellt werden, es könnten ja Hilfslehrer sein. Das vernichtendste Urteil wird aber über die Räumlichkeiten gefällt. Alt, dunkel und eng seien die Schulstuben, die Aborte in einem miserablen Zustand. Ein Schulneubau sei dringend in Angriff zu nehmen. [27]

Bereits am nächsten Tag, dem 29.Dezember 1876 tagt der Schulausschuß und berät dieses Schreiben. Er beschließt:

    1. die 5-klassige niedere Volksschule bleibt, da man keinen neuen Lehrer so schnell findet und auch kein Klassenzimmer da ist;
    2. Die Mädchenschule bleibt zunächst siebenklassig, da kein Klassenzimmer da ist;
    3. Die Selectenklassen werden als 1. Abteilung der I. Knabenbürgerschule weitergeführt. In ihnen wird französischer und lateinischer Unterricht als Pflichtfach erteilt, in den anderen Fächern wird der Anschluß an die Tertia hergestellt. Sie umfaßt 3 Schuljahre. Es wird ein höheres Schulgeld erhoben, dafür werden aber für arme Schüler Freistellen und Schulgeldnachlass geschaffen.
    4. Beim Stadtrat wird die Einstellung eines weiteren Lehrers mit 1500 Mark jährlich beantragt.
    5. Der Stadtrat wird gebeten, die Errichtung einer neuen Schule „ernstlich in Erwägung zu ziehen und zunächst mit der Ermittlung einer Baustelle“ zu beginnen.
     

Es erfolgt eine Ermittlung der Interessenten für die neuen Selectenklassen, es sind nur wenige

I. Klasse

9

II. Klasse

7

III. Klasse

13 Schüler

Deshalb beschließt der Stadtrat am 1. Februar 1877:                                               

    1. Die in der Localschulordnung vorgesehen 5 Selecten - Klassen werden auf zwei reduziert und künftig als I. Abteilung der 1. Knabenbürgerschule mit obligatorischen lateinischen und französischen Unterricht fortbestehen.
    2. Die II. Abteilung der1. Knabenbürgerschule soll wieder achtklassig werden, mit fakultativen Fremdsprachenunterricht außerhalb des Lehrstoffes.
    3. Die I. Mädchenbürgerschule soll bis auf weiteres siebenklassig bleiben, mit fakultativem 3 stündigen französischen Unterricht in der oberen Klassen.
    4. des weiteren soll auch die II. Bürgerschule gemischt und 5klassig bleiben
    5. wird die Zahl der Fremdsprachenstunden auf 6 bzw. 9 Stunden in den letzten beiden Schuljahren festgelegt.
    6. Auch in den oberen Klassen der 1. Knabenbürgerschule soll fakultativ mehrere Stunden fremdsprachlicher Unterricht erteilt werden.
    7. Zusammengefaßt: bei der 1. Knabenbürgerschule bestehen 10 Klassen, bei der 1.  Mädchen- bürgerschule 7 Klassen und bei der II. Bürgerschule 5 Klassen:

    Knabenbürgerschule

    1. Abtheilung

    2. Abtheilung

        Classe VIII 1. Schuljahr
        Classe VII 2. Schuljahr
        Classe VI 3. Schuljahr
        Classe V 4. Schuljahr
        Classe IV 5. Schuljahr (6 fremdsp. Std.)
        Classe III 6. Schuljahr (p fremdsp. Std.)
    Classe IIA 7. Schuljahr Classe II 7. Schuljahr
    Classe IA 8. Schuljahr Classe I 8. Schuljahr

    8. 18 Lehrkräfte sind nötig, die 18. Stelle ist bereits ausgeschrieben.
     

Die Bezeichnung der Klassen folgte damals noch der Regel, das die 1. Klasse („Prima“) die letzte Schulklasse war. Man wurde also in die achte Klasse eingeschult.

Das Schulgeld betrug in jener Zeit für die Klassen 1 – 3 im Jahr 7,20 Mark und für die Klassen 4 – 8 6,00 Mark.

Schuldirektor Sieber legt einen umfassenden Plan der Lehrerstunden und der Unterrichtsgegenstände vor.

Bl.117 ff:

" Zu den Lehrgegenständen  
Knabenbürgerschule:  
Religion: ab dem 2. Schuljahr 2,3 und ab 5. Schuljahr 4 Wochenstunden
Deutsch: 7,6,5,4 Stunden
Rechnen: 3,4,5 Stunden
Geometrie: ab 6.Schuljahr 2 Std.
Geographie: ab 3 Schuljahr 2 Std.
Geschichte: ab 4 Schuljahr 2 Std.
Naturkunde (einschl. Physik): ab 4 Schuljahr 2 Std.
Schreiben: 3,2,1 Stunde
Singen: 2,1 Stunde
Zeichnen: 2,1 Stunde
Latein: 5.6. Schuljahr 4 Std. A Klasen 7,8,9 Std.
Französisch: 6,7,8 je 4 Stunden

In einer Anlage finden sich mehrere Stundenplan-Beispiele Oschatzer Schulen.

In den folgenden Jahren wird die „Localschulordnung“ häufig geändert und ergänzt. In den Akten findet sich das Arbeitsexemplar des Schulausschusses, in dem die laufenden Änderungen mit drei Tintenfarben, mit Überklebungen und Beilagen vollzogen sind. 1896 fordert der Schulausschuß deshalb den Rat zur vollständigen Neufassung auf, da man „bei aller Sorgfalt nicht mehr alle vorgenommen Änderungen im Blick…“ habe.

Diese neue Schulordnung beschließt das Stadtkollegium am 12. Dezember 1896, weitere folgen am 30. September 1903, am 10. September 1913, am 15. Februar 1920 und am 22. Oktober 1930.

Etwa seit 1860 wächst die Bevölkerung von Oschatz. Damit steigen auch die Schülerzahlen stetig und die Räumlichkeiten in der Schule werden eng. Im Sommer des Jahres 1869 wendet sich die Lehrerschaft erstmals an den Stadtrat mit der Bitte, eine neue Schule zu bauen. Zwar sieht der Rat das Problem, hat aber zunächst keine Lösung dafür. In den folgenden Jahren wird in jeder Schulausschuss-Sitzung zur Schulplanung beraten. In der Festschrift „Die neue Schule zu Oschatz. Ein Gedenkblatt zur Erinnerung an die Einweihung derselben am 19. Juni 1883“ findet sich eine „Kurze Chronik“, die ich hier zitieren möchte:

„Seit bereits einem Jahrzehnt haben die zuständigen Behörden unserer Stadt die Schulfrage ventilirt, denn die vorhandenen Schul-Lokalitäten wollten in keiner Weise mehr den Anforderungen genügen, welche vom pädagogischen und gesundheits­polizeilichen Standpunkte aus an ein Schulhaus zu stellen sind. Unsere Stadtvertre­­ung war sich dessen wohl bewußt und ging rüstig ans Werk, dem Übelstand, der mit dem Wachsen der Zahl der schulpflichtigen Kinder immer fühlbarer wurde, Abhilfe zu verschaffen. Nach langen mühevollen Berathungen, nach vielseitig gehaltener Umsicht nach einem passenden Platz, auf dem das neue Schulgebäude erstehen sollte, nach eingehender Besichtigung und Prüfung vieler in unserem engeren und weiteren Vaterlande neu erbauten Lehrstätten wurde endlich in der Rathssitung vom 28. März bez. Stadtverordnetensitzung vom 8. April 1881 der Beschluß gefaßt, die Erbauung des neuen Schulgebäudes auf dem früher Sommer’schen Grundstück, das inzwischen von der Stadt erworben worden war, in Angriff zu nehmen und die dazu benötigten Mittel in ausreichender Weise bewilligt… Der Bau wurde nach erfolgter Ausschreibung…den Herren Baumeistern Helm & Friese in Dresden übertragen. Bereits am 2. September desselben Jahres…wurde der Grundstein unter entsprechenden Feierlichkeiten gelegt…Was der Baumeister vor ca. zwei Jahren im entworfenen Bilde nur anzudeuten vermochte, schöner noch und in herrlicher Vollendung steht es heute vor unserem Auge: ein Werk schönster Zierde unserer Stadt, ein Monument opferwilligen Bürgersinnes, eine Wohltat für unsere Schuljugend… Heute zeigten sich schon frühzeitig die öffentlichen Gebäude wie Privathäuser in Flaggen-, Kränze- und Guirlandenschmuck. Insbesondere war das alte Schulgebäude reich dekoriert. Das neue Schulgebäude prangte ebenfalls im herrlichen Flaggenschmuck. Ehrenpforten in großartigstem Maßstabe waren vor demselben errichtet worden. – Mit der Stellung des Festzuges auf dem alten Schulplatz begannen trotz des unaufhaltsam niedergehenden Regens die Feierlichkeiten…Die Reihenfolge im Zuge war folgendermaßen bestimmt worden: Ein Zug Feuerwehr, Musikchor, Raths. und Stadtverordneten.Collegium mit den Spitzen der Behörden, Offizierskorps, Gäste, Lehrerkollegium des königl. Seminars, Kaufmannschaft, sämmtliche Mädchenklassen, Musikchor, sämmtliche Knabenklassen, Schüler der Handelsschule, Schüler des königl. Lehrerseminars, Verein Liederkranz, Lied Hoch, Liederfreund, Musikchor, Verein Sängerkranz, Eintracht, Schützenkorps, Sattler -, Weber -, Schneider -, Schlosser -, Barbier -, Fleischer -, Tuchmacher -, Bäcker -, Gerber -, Tischler Innung, Musikchor, Militärverein, Gewerbeverein, Turnverein… Herr Schuldirektor Sieber sprach hierauf aus der ersten Etage des alten Schulgebäudes in längerer freien Rede innige und rührende Worte des Abschieds von der nunmehr zu verlassenden alten Bildungsstätte. Der Zug nach dem neuen Schulgebäude berührte die Altoschatzer Straße, den Neumarkt, die Sporerstraße, den Altmarkt, die Brüderstraße, die Promenade und die Neuestraße. Trotzdem daß sich die Schleußen des Himmels nie schlossen, hatte sich längs der Straßen  und auf den Plätzen, die der Festzug berührte ein zahlreiches schaulustiges Publikum eingefunden…worauf Herr Bürgermeister Härtwig unter entsprechender Ansprache dem Schuldirektor Siebert den Schlüssel zu dem neuen Gebäude übergab, welcher…die Pforte zu dem neuen Schulgebäude öffnete.“

Es folgt ein Festakt für geladene Gäste in der Aula der neuen Schule. „Herr Bürgermeister Härtwig ergriff sodann das Wort…verbreitete sich dann in eingehender Weise über die Geschichte des Schulwesens unserer Stadt…und schloß seine Rede mit einem dreifachen Hoch auf Se. Majestät, unseren innig verehrten König Albert.“

Die neue stattliche Schule verfügte in dem für Mädchen und Knaben getrenntem Haus nun über 30 Klassenzimmer, Aula und Turnhalle, über einen Zeichensaal, Lehrer- und Konferenzzimmer. In den Außenanlagen wurden Spiel- und Turnplätze für Mädchen und Knaben angelegt. Ein großer Schulgarten gehörte ebenfalls zur Schule. In 32 Klassen wurden 562 Knaben und 566 Mädchen von 25 Lehrern unterrichtet.

In der Stadt existierten nun folgende Schulformen:

    1. Die einfache Volksschule, II. Bürgerschule genannt, früher als Armenschule bezeichnet. Diese war seit 1824 im Roten Vorwerk untergebracht. Mitte des 19. Jahrhunderts zog sie in das, der Bürgerschule benachbarte, Haus am Kirchplatz. Inzwischen hatte sie sich zu einer sechsklassigen Schule entwickelt, in der Jungen und Mädchen gemeinsam unterrichtet wurden.

    Laut „Localer Schulordnung“ beschränkte sich der Unterricht „in der Religion auf biblische Geschichte und christliche Glaubens- und Sittenlehre, in den übrigen Lehrfächern auf Aneignung der für das bürgerliche Leben unentbehrlichen Kenntnisse und Fertigkeiten.“

    Unterrichtsstundenzahlen

    Klassenstufe

    wöchentliche Stundenzahl

    6

    14

    5

    16

    4

    19

    3

    19

    2

    23

    1

    25

    In der Abgangsklasse, der 1. Klasse, wurde Religion, Deutsch, Rechnen, Geographie, Geschichte, Naturlehre, Formenlehre und Zeichnen, Schreiben, Singen und Turnen unterrichtet

    Die Mädchen der vier oberen Klassen erhielten wöchentlich vier Stunden Handarbeitsunterricht. Für diese Ausbildung war der Oschatzer Frauenverein zuständig.

    Die Jungen der drei oberen Klassen konnten an schulfreien Nachmittagen die Arbeitsanstalt für Knaben besuchen. Der Besuch war freiwillig, Ergebnisse der Arbeit wurden aber vergütet. Hierfür zeichnete der Privatarmenverein von Oschatz verantwortlich.

    Das Schulgeld betrug 1883 für die Klassen 4 – 6  6,00 Mark jährlich und für die Klassen 1 – 3  7,20 Mark.

     

    2. Die mittlere Volksschule – I. Bürgerschule – vermittelte durch geringere Klassenstärke, Erhöhung der Stundenzahl und durch Verlängerung der Schulzeit eine nach Inhalt und Umfang hervorragende Bildung für jene Zeit.

    Die Unterrichtsfächer entsprachen denen der II. Bürgerschule, die Jungen erhielten aber zusätzlich eine Ausbildung in Geometrie und die Mädchen lernten Französisch. Grundsätzlich wurden Jungen und Mädchen getrennt unterrichtet.

    Klassenstufe

    wöchentliche Stundenzahl

     

    Knaben

    Mädchen

    8

    14

    14

    7

    16

    16

    6

    24

    22

    5

    28

    29

    4

    30

    31

    3

    29

    32

    2

    29

    32

    1

    30

    31

    Das Schulgeld betrug hier im Jahr 1883 für die Klassen 5 – 8 jährlich 18.00 Mark und für die Klassen 4 – 1 24,00 Mark.
     

Noch immer war aber keine höher Schulbildung in Oschatz möglich. Mehrere untaugliche Versuche schlugen fehl oder wurden von der Bevölkerung nicht angenommen. Die lange umstrittenen Selectenklassen wurden 1885 stillschweigend wegen mangelnden Schülern eingestellt. Nun errichtete man „…eine höhere Abtheilung der mittleren Volksschule mit Lateinunterricht…“, aber das genügte nicht.

Ständig war die Stadt an der Errichtung einer Realschule mit Progymnasium interessiert. Aber erst eine 1893 gewährte Staatsunterstützung von jährlich 12 000 M überzeugte die Oschatzer Stadtverordneten und sie stimmten dem Bau der Realschule zu. Die Stadt hatte schon vorher das Grundstück an der heutigen Berufsschulstraße erworben und so konnte der Bau zügig beginnen. Im Oktober 1896 wurde er übergeben und es konnte eine zunächst stetig auf 160 wachsende Schülerzahl modernen naturwissenschaftlichen Unterricht erhalten. Als 1905 in Riesa ebenfalls eine Realschule öffnete, gingen die Schülerzahlen in Oschatz zurück.

Diese Realschule war die erste Oschatzer Schule mit Experimentierräumen für die Schüler. Großzügige Erweiterungsmöglichkeiten hatte die Stadt durch das große Grundstück vorgesehen. Sie wurden aber nie genutzt. Nach der Rekonstruktion kann man sehen, welches Schmuckstück die Stadt damals bauen ließ.

Ein eigenes Gymnasium besaß Oschatz um die Wende zum 20. Jahrhundert nicht. Die Gymnasiasten mußten nach Wurzen, oder sie gingen in eine Internatsschule.

Noch unklar ist mir die Fortbildungsschule. Härtwig schreibt:

„Das Kollegium (der Volksschule) hat auch den Unterricht an der Fortbildungsschule zu erteilen, deren Frequenz dauernd gestiegen ist; im Jahre 1878 gab es 190 Fortbildungsschüler; im Sommer 1901 aber 222, 1906: 217, die in 3 Abteilungen und 9 Klassen unterrichtet werden; dazu kommen jetzt noch 94 Schüler der 1893 gegründeten gewerblichen Fortbildungsschule in 3 Klassen.“ [28]

1898 gab es schon eine Fortbildungsschule mit 238 Schülern (1875 eröffnet mit 77 Schülern).

Von dieser Schule wurden drei Klassen 1889-1891 als gewerbliche Fortbildungsschule neu eingerichtet (56 Schüler). Hintergrund dieser Entwicklung ist die ökonomische Situation in Sachsen.

Die volle Durchsetzung industrieller Produktionsweisen erforderte im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, der Fortbildung der Jugendlichen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Der achtjährige Unterricht an einer Volksschule reichte nicht aus, die Jungen und Mädchen für eine qualifizierte Tätigkeit in der Industrie, im Handwerk oder im Dienstleistungsbereich vorzubereiten. Schon seit den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts gab es „Sonntagsschulen“ und „Gewerbeschulen“, die das Ziel verfolgten, die Volksschulkenntnisse der jungen Generation zu festigen und zu vertiefen. Doch erst das Volksschulgesetz vom 26.4.1873 führte zur verbindlichen Einführung von Fortbildungsschulen in Sachsen. Allerdings in strikter Form nur für die Jungen, die Einrichtung von Fortbildungsschulen für die Mädchen wurde der freien Entscheidung der Ortsschulvorstände überlassen.

Wichtig wurde ferner die Tatsache, daß das Königreich Sachsen 1873 ein neues Volksschulgesetz erhielt. Auf Grund dieses Gesetzeswerkes wurden die Volksschulen im gesamten Land unter die fachmännische Aufsicht von königlichen Bezirksschulinspektoren gestellt und die Ausbildung der jungen Leute durch die Einführung von beruflichen Fortbildungsschulen ergänzt. Auch das höhere Schulwesen konnte 1876 auf eine gemeinsame gesetzliche Basis gestellt werden. Dazu trugen wesentlich die Vermehrung der Gymnasien, der Realschulen (ohne Latein) und der Seminare bei. Dieses Reformgesetz sah ferner den Bau zweckentsprechender Schulgebäude, die Verbesserung der Lehrergehälter und eine gewisse Modernisierung des Unterrichts vor. Noch heute finden wir in vielen Städten und Landgemeinden massive Schulgebäude, die offenbar ihren Ursprung der Regierung König Alberts verdanken.

1897 richtete die Stadt eine Hilfsklasse für Schüler mit geistigen und körperlichen Gebrechen und Schwächen ein. Später kam eine zweite Klasse hinzu. Damit hatte Oschatz eine gute Schullandschaft, um die Aufgaben des 20igten Jahrhunderts zu meistern. Nur ein Gymnasium fehlte noch, es konnte erst um 1920 in dem ehemaligen Lehrerseminar entstehen

 

Literaturübersicht

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ARNHARDT, Gerhard. Zur Ausgestaltung des höheren Schulwesens in Sachsen zur Zeit des Kurfürsten August. Sächsische Heimatblätter 1/1987 S. 13

ARNHARDT, Gerhard, FROTSCHER, Klaus. Aus der Arbeit der Forschungsgemeinschaft saechsische Bildungsgeschichte. Stand und Quellen lokal- und territorialgeschichtlicher Erkundungen. Pädagogische Rundschau, 46 (1992) 2, S. 213-223

Aus für drei Schulen in Oschatz.: OAZ, 9.7.2004

Bericht der Deutschen Gesellschaft zur Erforschung Vaterländischer Sprache und Alterthümer. Sächsischer Verein für Erforschung und Bewahrung Vaterländischer Alterthümer, 1847

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BLASCHKE, Karlheinz. Zur Statistik der sächsischen Städte im 16. Jahrhundert. In : Vom Mittelalter bis zur Neuzeit: zum 65. Geburtstag von Heinrich Sproemberg. Berlin: hrsg. von Hellmut Kretzschmar. 133-143, 1956,

BLASCHKE, Karlheinz. Geschichte Sachsens im Mittelalter, Berlin: Union Verlag, 1990

BUCHWALD, Gustav von. Zur Deutschen Bildungsgeschichte im endenden Mittelalter. 10 Vortr. Kiel: Homann. 1885

BURKHARDT, C. A. H. Geschichte der sächsischen Kirchen- und Schulvisitationen von 1524 bis 1545. Nachdruck der Ausgabe Leipzig 1879. Aalen: 1981

CZOK, Karl. Geschichte Sachsens, Weimar: 1989

Datenhandbuch zur deutschen Bildungsgeschichte. Sozialgeschichte und Statistik des Schulsystems in den Staaten des Deutschen Reiches 1800-1945. Von Detlef K. Müller und Bernd Zymek unter Mitarbeit von Ulrich Herrmann. 2 Bde, Göttingen 1987.

Die neue Schule zu Oschatz – Gedenkblatt zur Einweihung, Oldecop Oschatz 1883

EBRHARDT, M.: Deutsche Oberschule mit Realschulzug Oschatz ; Bericht der Schuljahre 1919, 1926, 1928/29, 1929/30

Erneuerte Schulordnung für die lateinischen Stadtschulen in den chursächischen Landen

FLÖTER, Jonas: Die sächsischen Fürsten- und Landesschulen - Interaktion von lutherisch-humanistischem Erziehungsideal und Eliten-Bildung,Leipzig 2004

FRENCKEL, Johann Gottlob. Diptycha Ositiensia oder Historie deren Herren Superintendenten und Diaconen zu Oschatz in Meißen, aus mancherley gedruckten und geschriebenen Nachrichten, auch anderen Documenten in zwey Büchern dergestalt abgefaßet, daß sie an statt einer Oschatzer Kirchen-Historie dienet. Dresden: Miethens Erben, 1722

FRITZSCHE, Richard. Geschichte des Oschatzer Schulwesens (bis Ende 16.Jhd.) Oschatz: Oldecop, 1892

FRITZSCHE, Richard. Die lateinische Stadtschule zu Oschatz im 17. und 18. Jahrhundert. Oschatz, 1895 (Oschatz; Lehrer-Sem.; 1895.)

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GERLACH, H. Neues Gemäuer mit neuem Geist. Rundblick 1/1971

Gesetz, das Volksschulwesen betreffend vom 26.04.1873

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HAASE. Anfänge des Fachschulwesens in Oschatz, Oschatz 1908

Handbuch der deutschen Bildungsgeschichte:

    Bd. I: 15 bis 17. Jahrhundert. Von der Renaissance und der Reformation bis zum Ende der Glaubenskämpfe. Hrsg. von Notker Hammerstein, München 1996.

    Bd. III: 1800-1870. Von der Neuordnung Deutschlands bis zur Gründung des Deutschen Reiches. Hrsg. von Karl-Ernst Jeismann und Peter Lundgreen, München 1987.

    Bd. IV: 1870-1918. Von der Reichsgründung bis zum Ende des Ersten Weltkriegs. Hrsg. von Christa Berg, München 1991.

    Bd. V: 1918-1945. Die Weimarer Republik und die nationalsozialistische Diktatur. Hrsg. von Dieter Langewiesche und Heinz-Elmar Tenorth, München 1989.

    Bd. VI: 1945 bis zur Gegenwart. Erster Teilband: Bundesrepublik Deutschland. Hrsg. von Christoph Führ und Carl-Ludwig Furck, München 1998. 2. Teilband: Deutsche Demokratische Republik und neue Bundesländer. Hrsg. von Christoph Führ und Carl-Ludwig Furck, München 1998.

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Neue Sächsische Kirchengalerie. Unter Mitwirkung der sächsischen Geistlichen herausgegeben von Dr. Georg Buchwald. Leipzig: Arwed Strauch 1900

RICHTER, Julius. Geschichte der sächsischen Volksschule Berlin 1930

Sächsischer Volksschulfreund ,eine Zeitschrift für die, welche dem Volksschullehrerstande angehören, oder überhaupt an dem Volksschulwesen Antheil nehmen […] Freiberg: Gerlach, 1.1825 - 8.1832

SCHLEGEL, Lothar. Besuch der Kreisberufsschule vor 45 Jahren. Rund um den Collm 14/1993

SCHULZE, Gottlob Leberecht. Das Volksschulwesen in den Königlich Sächsischen Landen von seiner mangelhaftesten und hülfsbedürftigsten Seite dargestellt und den jetzt versammelten Ständen des Königreichs zu ernster Berathung empfohlen

SCHULZE, Gottlob Leberecht [Hrsg.]. Das Elementar-Volksschulgesetz für die Königlich Sächsischen Lande vom 6ten Juni 1835 nebst zugehöriger Verordnung vom 9ten Juni 1835 und dem Regulative vom 13. Juli 1835 […]

SCHWABE, Ernst. Das Gelehrtenschulwesen Kursachsens von seinen Anfängen bis zur Schulordnung von 1580. Leipzig 1914

SIEGEL, Ludwig. Die Einführung der Kirchenreformation in Oschatz im Jahre 1539 und das dritte Säcularfest derselben am 16. August 1839. Nebst einem Anhange, mehrere, im hiesigen Rathsarchivew befindliche, nochungedruckte Briefe Luthers, Spalatins, Jonas’s und Melanchthons enthaltend […]; Oschatz, Oldecop, 1839

SIGISMUND, Ernst. Die Entstehung des Oschatzer Seminars Oschatz 1921
Bildungsgeschichte und Schulwandel im 18. Jahrhundert. Anmerkungen und Perspektiven aus landesgeschichtlicher Sicht
, Neues Archiv für sächsische Geschichte, 77. Band - 2006

TIESLER, Steffi. Zur Situation des sächs. Elementarschulwesens unter August. Sächsische Heimatblätter 1/1987 S.15 ff

TÖPFER, Thomas. Bildungsgeschichte und Schulwandel im 18. Jahrhundert. Anmerkungen und Perspektiven aus landesgeschichtlicher Sicht in: Neues Archiv für sächsische Geschichte, 77. Band - 2006

UHLIG, Gottfried. Geschichte des sächsischen Schulwesen bis 1600. Dresden 1999

ULLRICH, A. 25 Jahre Oschatzer Realschule. Oschatzer Tageblatt 24.4.1921

VÖDISCH, G. Heimatbuch für Schule und Haus, Oschatz: Göthel, 1920

WARTENBERG, Günther. Visitationen des Schulwesens im albertinischen Sachsen zwischen 1540 und 1580. Luther in der Schule hrsg. von Klaus Goebel . Bochum 1985

WEIMER;Hermann. Geschichte der Pädagogik. 19. völlig neu bearbeitete Auflage von Juliane Jacobi, Berlin, New York 1992.

WOLLERSHEIM, Heinz-Werner. Philipp Melanchthons Einfluß auf das sächsische Schulwesen. Wartenberg, Günther (Hrsg.): Werk und Rezeption Philipp Melanchthons in Universität und Schule bis ins 18. Jahrhundert.

ZIMMERMANN, Gerhard. Bildungsbeflissenes Sachsen. Sächsische Schulen - historisch betrachtet. Profil (Düsseldorf), (1995) 10, S. 30-34

 


[1]

Sammlung C.S.Hoffmann Blatt 30, wohl aus dem ältesten, nicht mehr vorhandenen Oschatzer Stadtbuch, hier zitiert nach FRITZSCH S.63

[2]

Zitiert nach MÜLLER,J. S.3; er nennt als Quelle eine Akte aus dem Chemnitzer Stadtarchiv, ohne nähere Angabe. Das Chemnitzer Stadtarchiv hat aber in ihrer Urkundensammlung aus der Zeit um 1367 keine Urkunde mit obigen Text . Information aus dem Chemnitzer Stadtarchiv

[3]

BLASCHKE S. 346

[4]

Die Vigilien bestanden im Absingen gewisser Psalmen und Lieder am Vorabend der Seelenmesse

[5]

Hoffmanns Urkundensammlung Bl. 31 – altes Stadtbuch (verschollen)

[6]

1 Schock = 60 Stück

[7]

desgl. Bl. 79 zitiert nach FRITZSCH S.5

[8]

zweites Oschatzer Stadtbuch Fol.82 Eintrag Nr.200

[9]

zitiert nach FRITZSCH S. 7

[10]

FREYTAG, GUSTAV Bilder aus deutscher Vergangenheit 2.Band Von der Besiedlung des Ostens bis zum Dreißgjährigen Krieg Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin 1931 S. 242

[11]

Stadtarchiv Oschatz: Akte Protokollum judiciale

[12]

Stadtarchiv Oschatz Akte II / XXIa / 33

[14]

alle Zitate hier aus: Staatsarchiv Dresden Loc. 1987/2 Visitation 1555/56 S. 782 ff

[15]

Staatsarchiv Dresden Loc. 10601 Visitationsbuch 1592 1. Teil S. 407 ff.

[16]

eine Grammatik in Frage und Antwort. Beispiel:1.Frage Quid est grammatica? Est certa loquendi et scribendi ratio. 2.Frage: Quot sunt partes Grammaticae? Orthographia, Prossodia, Etymologia et Syntaxis.

[17]

ein verbreitetes Lateinlehrbuch

[18]

Stadtarchiv Akte II / XXIa / 3 Akte 10: „Eigentlich scheynt es freylich den Gesetzen sowohl, als der Billigkeit gemäss zu seyn…dass der jedesmalige Stuhlschreiber gar keine schulfähigen Knaben unterrichten sollte…"

[19]

Im Winter-Register 1565 heißt es: „1 Schock 12 Gr. Jacobo Grolando Rechenmeister zu pirnau zur vorehrunge geschickt vmb das Er dem Rathe die Jungfrau Schuleordenunge, wie zu Torgau gehaltten, zugeschickt. – 10 Gr. dem Bothen eo solche Ordnung gebracht. – 9 Gr. von Zweyen Exemplarien der Mägdelein Ordnunge zu Torgau zu binden lohn.

[20]

Jungfraw Schulordnung zu Torgaw Ein herrlich schön Buch/Darinnen der ganze Catechismus in Fragestück für die gemeine Jugend… Anno 1565; Exemplar der SLUB Dresden S. 37

[21]

Stadtarchiv Oschatz Akte II / XXIa / 3 Seite 5

[22]

Stadtarchiv Oschatz Akte II / XX / 34

[23]

Stadtarchiv Akte II / XXId / 28

[24]

Stadtarchiv Oschatz Akte II / XXIb / 43

[25]

Stadtarchiv Oschatz Akte I I/ XXId / 64

[26]

a.a.O. Blatt 100

[27]

a.a.O. Blatt 106

[28]

HÄRTWIG,R. Altes und Neues aus Oschatz, Neuausgabe 2005 S.82


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