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Die Entwicklung des Krankenhauses von 1989 bis 2005

Nach dem Zusammenbruch der DDR im Herbst 1989 wurden in den folgenden Monaten alle gesellschaftlichen Bereiche von der Bevölkerung einer kritischen Betrachtung unterzogen. Das war auch in Oschatz so. Unter der Gesprächsleitung von Herrn Superintendent Dr. Kupke und Pfarrer Zehme fand am 15. Januar 1990 in der Klosterkirche die „1. Montagsrunde“ statt. Gleich diese erste Veranstaltung sowie die „3. Montagsrunde“ am 05. Februar 1990 befassten sich mit dem Thema „Gesundheitswesen“. Im Mittelpunkt der Diskussionen stand die Frage „Neubau des Kreiskrankenhauses oder Rekonstruktion“. Der damalige Ärztliche Direktor des Kreiskrankenhauses, Dr. med. Günther Schmidt, sprach sich als einer der ersten öffentlich für einen Krankenhausneubau aus. Er sagte:

„Wir haben uns jahrelang erfolglos um einen Erweiterungsbau gemüht. Die Baracken sind unzumutbar, baulich nicht mehr zu halten (...) ich sehe in einem Neubau die idealste Lösung. Aber aushalten können wir nicht mehr. Die Substanz ist völlig verbraucht. In den Baracken fallen bereits die Wände zusammen und die Dielen brechen ein.“

Anlässlich der Oschatzer Montagsrunden (Leitung: Superintendent Dr. Martin Kupke und Pfarrer Berthold Zehme) 1990 in der Klosterkirche, wurde der Zustand des Gesundheits-wesens scharf kritisiert und ein Krankenhausneubau gefordert.

Mit der Gründung des Freistaates Sachsen übernahm die Sächsische Staatsregierung die Verantwortung für das stationäre Gesundheitswesen. In einer Analyse des Jahres 1990 „Gesundheit für ein Deutschland“ wurde auch für die sächsischen Krankenhäuser festgestellt:

„Die Diskrepanz zwischen dem Stand der medizinischen Betreuung in der DDR und den realen Erfordernissen hat ein zum Teil unerträgliches Ausmaß angenommen. Die materiell-technische Basis ist generell unzureichend. Eine flächen- und kapazitätsdeckende Ausstattung mit modernen Geräten ist nicht gegeben. Dies betrifft sowohl die zeitgemäße Grundausstattung mit einfachen Geräten für die Routinepraxis, als auch kostenaufwendige diagnostische und therapeutische Verfahren. Mit dem gegenwärtigen Stand kann bereits in wenigen Jahren die medizinische Grundbetreuung nicht mehr gewährleistet werden.“

Diese Einschätzung traf auch auf unser Krankenhaus zu, ganz besonders auf den Altbau und die bestehenden Baracken. Die bis 1989 durchgeführten verschiedenen Baumaßnahmen hatten zu einer weiteren Zersplitterung der Einrichtung geführt und konnten die funktionellen Defizite sowie die Flächendefizite nicht beseitigen. Ein rationeller und ökonomischer Arbeitsablauf war nicht möglich.

Bis zu den ersten Wahlen am 6. Mai 1990 war das Krankenhaus dem Rat des Kreises Oschatz unterstellt. Mit dem Aufbau der neuen Verwaltungsstrukturen übernahm das Landratsamt Oschatz mit den Landräten Dr. Herbert Ahner (1990 bis 1991) und Robert Schöpp (seit 1991) die Trägerschaft für das Krankenhaus.

Am 4. Mai 1990 hatten sich 28 Ärzte und weitere Mitarbeiter des Gesundheitswesens im Kreiskrankenhaus Oschatz getroffen. In dieser Beratung wurde eine Bestandsaufnahme des stationären Gesundheitswesens vorgenommen und daraus die Forderung abgeleitet, die bestehenden Holzbaracken durch einen eingeschossigen Massivbau zu ersetzen und eine Projektstudie für einen Krankenhausneubau in Auftrag zu geben. In seiner 3. Sitzung beschäftigte sich der neu gewählte Kreistag am 30. August 1990 mit der Problematik eines Krankenhausneubaus. Es wurde der Beschluss gefasst, den Bau eines neuen Krankenhauses bei der Sächsischen Staatsregierung zu beantragen. Die Diskussionen in den folgenden Monaten beinhalteten insbesondere die Aufgabenstellung, die Bettenzahl, den Standort und die Kosten für das neu zu bauende Krankenhaus. Wir erlebten den 3. Versuch ein neues Krankenhaus zu bauen. Nachdem anfänglich realitätsfremd ein kreisrundes 500-Betten-Krankenhaus mit rechteckigem Funktionstrakt oberhalb der Döllnitzauen geplant war, wurde den Abgeordneten auf der 7. Kreistagsitzung am 24. April 1991 ein 290-Betten-Projekt vorgestellt. Die Kosten für das futuristisch anmutende Modell betrugen 550.000 DM pro Bett und lagen deutlich über den üblichen Kosten für einen Krankenhausneubau. Es war zu befürchten, dass nach den erfolglosen Versuchen 1974 und 1989, auch der dritte Versuch scheiterte. Am 04. Juni 1992 wurde durch den Sächsischen Krankenhausplanungsausschuss entschieden, den geplanten Neubau auf der „grünen Wiese“ zu stoppen und dafür einen Teilersatzbau und Anbau an das alte Krankenhaus zu planen. Die hohen Kosten und die Bedenken zur Funktionalität des ursprünglich geplanten Gebäudes hatten diese Entscheidung herbeigeführt. Zielstellung war es jetzt, die vorhandene Bausubstanz zu erhalten und mit einem Neubau zu verbinden. Der Landeskrankenhausplan sah für das Oschatzer Kreiskrankenhaus 300 Planbetten vor. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhauses waren noch nicht von diesen Plänen überzeugt, Verunsicherung prägte die Stimmung. Das Landratsamt beauftragte den Architekten Professor Dipl.- Ing. Hansjoachim Neckenig mit der Planung des Teilersatzbaus. Unter Berücksichtigung des schon seit dem 15. Oktober 1991 vorliegenden Raumprogrammes, der Nähe des Standortes zum Stadtzentrum, der klaren Eigentumsverhältnisse des Baugrundstückes und der außerordentlich günstigen Lage des Krankenhauses mit kurzer Anbindung an den Nah- und Fernverkehr, empfahl der Architekt den Bau eines Teilersatzbaues als Anbau an das alte Krankenhaus. Auf Grund der überzeugenden Argumente folgten das Landratsamt als Bauherr und die Sächsische Staatsregierung dieser Empfehlung und bestätigten die bis dahin erfolgte Planung. Es wurde vorgesehen, die Innere Abteilung des Sächsischen Krankenhauses Hubertusburg nach Oschatz zu verlagern und mit der Inneren Abteilung des Kreiskrankenhauses zusammenzuführen sowie die Orthopädische Abteilung des Sächsischen Krankenhauses Hubertusburg in den Teilersatzbau zu integrieren. Ferner wurde entschieden, die Gynäkologisch-geburtshilfliche Abteilung aus dem 1980 eröffneten Neubau in den neu zu erstellenden Teilersatzbau zu verlagern. Leider gelang es nicht, die Pädiatrische Abteilung des Sächsischen Krankenhauses Hubertusburg mit nach Oschatz zu verlegen. Die Kosten für den Teilersatzbau konnten durch die zweckmäßige Einbeziehung der Altbausubstanz auf 344.000 DM pro Bett begrenzt werden. Unter Federführung von Landrat Robert Schöpp wurde die Planung für den nun genehmigten Teilersatzbau weiter vorangetrieben.

Gleichzeitig, zum Jahreswechsel 1990/1991, waren die ambulanten Einrichtungen vom Kreiskrankenhaus abgetrennt worden, die dort tätigen Ärzte ließen sich in privaten Praxen nieder und die staatlichen Arztpraxen wurden von den jeweiligen Inhabern in private Praxen überführt. Gleichzeitig beendeten der Augenarzt Dr. med. Günter Schneider und der Hals-Nasen-Arzt Dr. med. Rudolf Heydenreich ihre operative Tätigkeit im Krankenhaus. Im Interesse einer besseren Wirtschaftlichkeit wurden 1990 die Wäscherei und der Wachdienst und 1991 die Küche und die gesamte Hausreinigung an Fremdfirmen abgegeben. Gleichzeitig erfolgte mit großen finanziellen Anstrengungen ein Neuaufbau der medizinisch-technischen Basis im Krankenhaus. Die Röntgendiagnostik und Sonografie wurden auf den aktuellen technischen Stand gebracht und die endoskopische Diagnostik und Therapie wurde nun in allen Fachabteilungen aufgebaut. Für die aus den Jahren 1928 und 1947 stammenden Baracken war die Zeit abgelaufen. Nach dem Abriss 1991 konnten sie durch einen eingeschossigen massiven Bau ersetzt werden, der die Röntgenabteilung, Rettungsstelle, Patientenaufnahme, Ultraschalldiagnostik und das Archiv aufnahm. In dieser Zeit erfuhr das Krankenhaus vielfältige organisatorische, personelle und materielle Hilfe vom St. Barbara Krankenhaus Attendorn und aus der Partnerstadt Blomberg.

Nach Abschluss der Vorplanungen und Baugrunduntersuchungen mussten die auf dem künftigen Baugelände gelegenen Bunkerstollen sowie die Trafostation und das Zentrallabor beseitigt werden. Ferner waren umfangreiche Bodenverbesserungsarbeiten notwendig.

Erster Spatenstich am 29.11.1993 durch Landrat Robert Schöpp (links) und Grundsteinlegung am 30.05.1994 mit Landrat Robert Schöpp, Prof. Dipl.-Ing. Hansjoachim Neckenig und Minister Dr. Hans Geißler für den Teilersatzbau (v.l.n.r.)

Die Rohbauarbeiten kamen in den Jahren 1994 bis 1996 sehr gut voran und der Teilersatzbau nahm zunehmend seine endgültigen Konturen an. Der sich nach der politischen Wende auch in Sachsen darstellende Trend einer deutlichen Verkürzung der Verweildauer in allen Fach-gebieten des stationären Sektors und der Ausbau der ambulanten Vor- und Nachsorge führten dazu, dass in der Rohbauphase die im 3. Obergeschoss geplante Station 9 entfiel. Damit trug die Sächsische Staatsregierung den Analysen des Leistungsgeschehens der Sächsischen Krankenhäuser in den Jahren 1995 und 1996 Rechnung. Am 03. April 1996 übergab Staatsminister Dr. Hans Geißler in Oschatz den Förderbescheid über insgesamt 98 Millionen DM für den Krankenhausneubau und am 10. Juni 1996 konnte das Richtfest gefeiert werden.

In Anwesenheit von Minister Dr. Hans Geißler, Landrat Robert Schöpp, Mitarbeitern des Krankenhauses und zahlreichen Gästen wurde am 10. Juni 1996 das Richtfest gefeiert.
 
Eröffnung des Neubaus und Schlüsselübergabe des Architekten am 16. Juli 1998, v.l.n.r: Dipl.-Ing. Jörg Bader, Landrat Robert Schöpp und Architekt Prof. Dipl.-Ing. Hansjoachim Neckenig

Im Frühsommer 1998 waren die Innen- und Außenarbeiten weitgehend abgeschlossen. Mit Beginn des Probebetriebes am 1. Juli 1998 konnten noch bestehende Mängel festgestellt und beseitigt werden. Für den 04. Juli 1998 wurde die Bevölkerung des Kreises Torgau-Oschatz zum „Tag der offenen Tür“ in das neue Haus eingeladen. Die Krankenhausleitung und viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begrüßten etwa 5500 Besucher. Ein überreichtes Faltblatt stellte die Entwicklung und Struktur der neuen Einrichtung vor. In allen Bereichen des Hauses wurde den Gästen das Profil und die künftige Arbeitsweise des Krankenhauses erläutert.

Im Kulturraum des Sächsischen Krankenhauses Hubertusburg trafen sich am 23. Juni 1998 die Beschäftigen der Inneren und der Orthopädischen Abteilung zu einer Abschiedsfeier und am 09. und 10. Juli 1998 zogen beide Abteilungen mit 137 Beschäftigten sowie 105 Betten nach Oschatz um. Damit ging für die 1945 und 1949 gegründeten Fachabteilungen eine langjährige Tradition am Standort Wermsdorf zu Ende. Gleichzeitig wurden die in Oschatz ansässigen Abteilungen in den Neubau verlagert. Die bevorstehende Eröffnung des neuen Hauses wurde mit einem eindrucksvollen wissenschaftlichen Symposium und einer Posterausstellung aller Fachabteilungen eingeleitet. Ein Informationsabend der Gynäkologisch-geburtshilfichen Abteilung für werdende Eltern und ein Weiterbildungskursus des Vereins Oschatzer Frauenärzte e.V. ergänzten das Veranstaltungsprogramm.

Umrahmt von den „Oschatzer Vokalisten“ wurde die Einrichtung vor über 200 Gästen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Krankenhauses am 16. Juli 1998 in einer würdigen Feierstunde übergeben. In Anwesenheit des Sächsischen Staatsministers Dr. Hans Geißler, des Bundestagsabgeordneten Manfred Kolbe und des Landtagsabgeordneten Frank Kupfer übergab der Architekt Professor Dipl.-Ing. Hansjoachim Neckenig den symbolischen Schlüssel an Landrat Robert Schöpp und Geschäftsführer Dipl.-Ing. Jörg Bader. Stellvertretend für die Einrichtung nahm der Chefarzt der Gynäkologisch-geburtshilflichen Abteilung eine Wiege – ein symbolisches Geschenk des Architekten, verbunden mit dem Wunsch nach viel Leben in dem neuen Krankenhaus – entgegen. Abschließend segnete Herr Superintendent Dr. Martin Kupke das neue Krankenhaus. Bei dem nachfolgenden Rundgang lernten die Gäste den Neubau kennen.

Gesamtansicht des Krankenhauses von der Parkstraße (oben) und vom Krankenhauspark (unten)

Der T-förmige Neubau wurde auf dem freien Gelände südlich und östlich des alten Krankenhauses mit Haupteingang von der Parkstraße, gegenüber dem Oschatzer Stadtpark platziert. Sowohl gehfähige Patienten und Besucher, als auch private Fahrzeuge, öffentliche Verkehrsmittel und die Krankenfahrzeuge finden hier den Zugang zum Krankenhaus. Insgesamt 87 Parkplätze für Patienten und Besucher, 3 Behindertenparkplätze und 1 Taxi-halteplatz gewährleisten einen reibungslosen Verkehr im Außenbereich des Krankenhauses. Die Zufahrt für Liegendkranke und für Wirtschaftsfahrzeuge erfolgt getrennt über eine an der südlichen Grundstücksgrenze gelegenen Straße. Über diese Zufahrt werden die Notaufnahme und der Wirtschaftshof erreicht. Das gesamte ehemalige parkähnliche Gelände des Krankenhauses wurde in die Gestaltung der Außenanlagen einbezogen. Die Gartenanlagen mit Ruhezonen, Springbrunnen und Wasserlauf, der terassenförmige Parkplatz mit 135 Stellplätzen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und das angelegte Wege- und Beleuchtungssystem stellen ein gelungenes Ensemble dar und bilden den Rahmen für den gesamten Krankenhauskomplex. In der Haupteingangszone befindet sich eine insgesamt 3,20 m hohe Bronzeplastik des Künstlers Vincenz Wanitschke. Die Plastik stellt eine Knospe dar und soll einerseits das Wachsen und Werden des neuen Krankenhauses und andererseits die Hoffnung auf ein neues Leben symbolisieren. Durch diese Gestaltung der Außenanlagen konnte erreicht werden, dass die Gartenlandschaft des Stadtparkes über die Parkstraße hinaus Anschluss an das Krankenhausgelände fand und damit das Krankenhaus nahezu in den Stadtpark integriert wurde.

Die „Knospe“ von Vincenz Wanitschke und der Wasserlauf im Garten des Krankenhauses – Sinnbild für Wachsen und Gedeihen

Da der Altbau weiter genutzt wurde, ist das Erdgeschoss des neuen Krankenhauses mit dem ersten Obergeschoss des Altbaus durch einen Übergang verbunden worden. Der Baukörper des Neubaus besteht aus einem Untergeschoss, dem Erdgeschoss und drei Obergeschossen. Für die Fassaden- und Dachgestaltung wurden die für Sachsen typischen gelben Klinker und Schiefer verwandt. Die Dächer des teilweise vorgelagerten Erdgeschosses wurden als Pflanzdächer ausgebildet. Alle nach Osten, Süden und Westen gerichteten Krankenzimmer und Funktionsräume erhielten an den Fenstern Sonnenschutzanlagen.

Vom Erdgeschoss aus erreicht man über das zentral gelegene Treppenhaus und über die Aufzüge sowohl das Untergeschoss als auch die drei Obergeschosse. Während das Erdgeschoss und das Untergeschoss die medizinischen Funktionsbereiche und die betriebswirtschaftlich notwendigen Einrichtungen aufnehmen, sind die drei Obergeschosse den Patienten vorbehalten. Über das Erdgeschoss betreten die Patienten und Besucher das Gebäude. Die Eingangshalle wird von einer künstlerischen Arbeit beherrscht. „Das wunderbar heilende goldene Vlies“ besteht aus einem 1,50 m hohen und 5,00 m langen Eichenholzrelief und einer von der Decke abgehangenen Installation. Die verwendeten Materialien und die Lichtwirkung des Raumes sollen den Wunsch des Menschen auf Schutz, Unverletzbarkeit und Heilung wiedergeben. Für einen reibungslosen und angenehmen Aufenthalt sorgen in der Eingangshalle die Rezeption, Patientenaufnahme, ein Kiosk und die Cafeteria. Bei der Innenausstattung des Gebäudes wurde einerseits den funktionellen Erfordernissen eines Krankenhauses Rechnung getragen und andererseits mit dem Einsatz wertvoller Materialien und architektonischer Gestaltungselemente versucht, den herkömmlichen Krankenhauscharakter zu vermeiden und eine hotelartige Atmosphäre zu schaffen. Die Gesamtgestaltung ordnet sich dem Bemühen unter, beste Aufenthaltsbedingungen für die Kranken und optimale Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erreichen. Im weitläufigen Erdgeschoss finden sich wichtige Funktionsabteilungen des Krankenhauses. Die Operationsabteilung mit 5 Operationssälen erlaubt den Fachgebieten Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Orthopädie eine umfassende, vielseitige und dem wissenschaftlichen Standard entsprechende operative Tätigkeit.

Die Abteilung für Anästhesie und Intensivtherapie ist mit der modernsten medizinischen Überwachungstechnik zur interdisziplinierten Betreuung schwerstkranker und operierter Patienten ausgestattet und bietet alle modernen Narkoseverfahren an. Ebenfalls im Erdgeschoss befindet sich die interdisziplinäre Rettungsstelle, die im Jahr 2004 organisatorisch an die Abteilung für Anästhesie und Intensivtherapie angeschlossen wurde.

Neben den herkömmlichen röntgendiagnostischen Verfahren sind im Zentrum für Radiologie Untersuchungen der weiblichen Brust und der Blutgefäße nun auch in Oschatz möglich. Ein erstmalig in Oschatz installierter Computertomograph und leistungsfähige Ultraschallgeräte ergänzen die bildgebenden diagnostischen Verfahren. Die steigende Zahl mammografischer Untersuchungen machte es im Jahre 2002 erforderlich, die Aufenthaltsbedingungen für diese Patienten mit einem separaten Zugang und einer veränderten Raumgestaltung zu verbessern.

In der Abteilung für Funktionsdiagnostik stehen Untersuchungsplätze für die Herz-Kreislaufdiagnostik und Lungendiagnostik zur Verfügung. Untersuchungen des Magens, des Dünndarmes, des Dickdarmes und der Gallengänge werden in der Abteilung für Endoskopie durchgeführt. Leistungsfähige optische Geräte und Übertragungstechniken ermöglichen eine invasive und zugleich schonende Diagnostik und Therapie in den verschiedensten Hohlräumen des menschlichen Körpers.

Der Kreißsaal beherbergt zwei Geburtenzimmer, ein geburtsvorbereitendes Familienzimmer und die notwendigen Nebenräume. Der großzügig konzipierte Bereich erlaubt eine sehr individuelle und familienorientierte Entbindung. Neben der klassischen Entbindung in modernen Entbindungsbetten besteht die Möglichkeit der Hockergeburt und die Nutzung der Entspannungswanne. Geburtserleichternde Hilfsmittel – Sprossenwand, Gymnastikbälle und Geburtenseil – stehen zur Verfügung. Die Anwesenheit des Vaters oder einer Bezugsperson während der Geburt ist sehr erwünscht. Das Telefon am Bett, Wartebereiche für die Angehörigen und die Möglichkeit musikalischer Unterhaltung sollen den werdenden Müttern und ihren Familien die Geburt des Kindes nicht nur erleichtern, sondern zu einem Erlebnis werden lassen.

Ambulanzen für die Behandlung chirurgischer Arbeitsunfälle, eine Schmerzambulanz und die Rettungsstelle ergänzen mit ärztlichen Diensträumen und Sekretariaten das Raumprogramm im Erdgeschoss.

Im Untergeschoss sorgen wichtige Wirtschaftsbereiche, wie die Küche, das Zentralarchiv, die Bettenaufbereitung, das Zentrallager und die gesamte Klima- und Heizungstechnik für einen störungsfreien Krankenhausbetrieb. Über das Treppenhaus und die Aufzüge erreichen die Patienten aller Fachgebiete die Abteilung für Physiotherapie im Untergeschoss. Großzügige Räumlichkeiten für das gesamte Spektrum physiotherapeutischer Anwendungen und ein attraktives Bewegungsbad stehen zur Verfügung.

In den drei Obergeschossen sind auf 8 Stationen die Fachgebiete Chirurgie, Innere Medizin, Gynäkologie/Geburtshilfe und Orthopädie untergebracht worden. Der T-förmige Grundriss des Baukörpers erlaubte es, die 8 Stationen grundsätzlich identisch zu konzipieren. Die 1-Bett-, 2-Bett- und 3-Bett-Zimmer wurden an den Außenfronten des Baukörpers projektiert. Zwei geräumige Flure umfassen die mittlere Längsachse der Station mit ihren Funktionsräumen für das Pflegepersonal, sanitärhygienische Einrichtungen und den lichtspendenden Innenhof. Alle Patientenzimmer verfügen über ein Innen-WC, Dusche und Waschbecken, wobei auch den Wünschen behinderter Patienten Rechnung getragen wurde. Die Zimmer sind mit Telefon und Fernseher ausgestattet.

Im 1. Obergeschoss befindet sich die Chirurgische Abteilung (Station 2). Freundliche, helle Patientenzimmer, ärztliche Untersuchungszimmer und die notwendigen pflegerischen Nebenräume ermöglichen einen angenehmen Krankenhausaufenthalt. Im gleichen Geschoss ist die Gynäkologisch-geburtshilfliche Abteilung (Station 3) mit Erwachsenenbetten und Neugeborenenbetten untergebracht. Ferner findet sich auf dieser Etage die im Jahre 2004 eröffnete ambulante Station 1 für alle Fachgebiete des Krankenhauses. Dienstzimmer, Untersuchungszimmer, das gynäkologische Sprechzimmer und die Verwaltung der Gynäkologisch- geburtshilflichen Abteilung ergänzen die Stationen in dieser Etage.

Das 2. Obergeschoss nimmt die Abteilung für Innere Medizin (Station 4, 5, und 6) auf, die nach Schwerpunkten gegliedert ist. Neben der Station für Herz-Kreislauf-, Lungen- und Gefäßkrankheiten, stehen die Station für Erkrankungen des Magen-Darmtraktes und der Leber, sowie die Station für Stoffwechselkrankheiten, Blut- und Nierenerkrankungen zur Verfügung. Die großzügige Ausstattung der Abteilung garantiert eine den Krankheiten angemessene und angenehme Betreuung. Seit 2004 werden auf der Station 6 neben den Patienten der Inneren Abteilung auch Patienten der Chirurgischen Abteilung mit dem Ziel betreut, bestimmte Krankheitsbilder in enger Zusammenarbeit zwischen Internisten und Chirurgen effektiver zu behandeln. Der Bedeutung der Volkskrankheit Diabetes mellitus entsprechend, wurde für diese Patienten 2003 ein Beratungs- und Behandlungszimmer eingerichtet.

Im 3. Obergeschoss befindet sich die Orthopädische Abteilung (Stationen 7 und 8). Die Patientenzimmer und die sanitärhygienischen Einrichtungen sind den besonderen Bedürfnissen der Kranken dieses Fachgebietes angepasst. Im gleichen Geschoss, auf dem Dach des Ostflügels wurde der Hubschrauberlandeplatz mit Anschluss an die Personenaufzüge gebaut. Für lebensbedrohlich erkrankte Patienten steht damit eine schnelle, schonende und oft auch lebensrettende Transportmöglichkeit zur Verfügung. Damit konnte der alte Hubschrauberlandeplatz in der Gänsegrube aufgegeben und ein Parkplatz für Patienten und Besucher geschaffen werden.

Der Krankenhausaltbau, die ehemalige Gynäkologisch-geburtshilfliche Abteilung in der Burgstraße und die 1992 neu geschaffene Röntgenabteilung erfuhren 1998 eine schrittweise Umstrukturierung und Renovierung. In die Räumlichkeiten konnten nun Abteilungen der Krankenhausverwaltung, die Verwaltung und Ambulanz der Orthopädischen Abteilung, sowie weitere Dienst- und Umkleideräume verlagert werden. Das Haus in der Burgstraße beherbergte seit 01. Februar 1999 den Hauptsitz der „Labor Diagnostika GmbH“, das Blutspendewesen und Abteilungen der Verwaltung. Das vom Krankenhaus seit 1958 genutzte „Haus Meißner“ wurde 1992 an die Familie Meißner zurückgegeben und bis 1998 noch durch das Krankenhaus genutzt.

Im April 2000 lagen die ersten Konzepte zur umfassenden Rekonstruktion des Krankenhausaltbaus vor. Nach Bereitstellung der staatlichen Fördermittel in Höhe von 1,788 Mio. Euro durch die Sächsische Staatsregierung im Juni 2001 sowie mit Eigenmitteln und Eigenleistungen, wurden die Rekonstruktionsmaßnahmen in Angriff genommen. Ziel des vorgesehenen Umbaus war es, das historische Gebäude zu einem Verwaltungsgebäude umzugestalten, Dienst- und Umkleideräume einzurichten sowie dem Labor und dem Blutspendewesen bessere Arbeitsbedingungen zu bieten. Der evangelischen und katholischen Kirche wurde ein Andachtsraum zur Verfügung gestellt, für betriebliche Veranstaltungen entstand ein Schulungsraum mit den notwendigen technischen Einbauten und in Ergänzung des Serviceangebotes der Klinik wurden die Voraussetzungen für die Einrichtung eines Friseursalons geschaffen. Nach einer Bauzeit von 14 Monaten konnte der rekonstruierte Altbau im Oktober 2002 bezogen werden.

Der Krankenhausaltbau vor und nach der Rekonstruktion; heute Verwaltungsgebäude mit Andachts- und Schulungsraum sowie Labor und Blutspende

Während dieser Umbaumaßnahmen wurde gleichzeitig mit der Rekonstruktion und Verschönerung der Außenanlagen begonnen. Teile der Einfriedung des Grundstückes wurden erneuert und der alte Schornstein des Heizhauses abgetragen. Für die Räume des ehemaligen Pförtnerhauses konnte im Jahre 2000 eine Blumenboutique für die Patienten und ihre Besucher, das Personal der Klinik und die Bevölkerung gewonnen werden. Neben den bisher beschriebenen baulichen Veränderungen entstand 1997/1998 gleichzeitig auf dem Gelände des Krankenhauses eine neue, modernen Erfordernissen entsprechende Rettungswache des Rettungszweckverbandes Nordsachsen.

Mit dem Krankenhausneubau und den durchgeführten Rekonstruktionen war es gelungen, alle Arbeitsbereiche des Krankenhauses und die Dienstleistungen für unsere Patienten komplex an einem Standort zu etablieren und damit auch betriebswirtschaftlichen Erfordernissen Rechnung zu tragen.

In die ehemalige Gynäkologisch-geburtshilfliche Abteilung und in die Poliklinik werden nach einem notwendigen Umbau die Schülerinnen und Schüler der „Förderschule für geistig Behinderte Wiederoda“ einziehen.

Mit der sächsischen Verwaltungsreform 1994 hatte das Landratsamt des neu gebildeten Kreises Torgau-Oschatz die Trägerschaft des Kreiskrankenhauses übernommen. Strukturelle und organisatorische Veränderungen im Krankenhaus waren die Folge. Am 22. April 1997 beschloss der Kreistag Torgau-Oschatz das Kreiskrankenhaus in eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH) umzuwandeln. Damit verband sich die Zielstellung, einen privaten Krankenhausträger als Gesellschafter zu gewinnen. Nach den erforderlichen Vorgesprächen unter Einbeziehung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtung erhielten die „ASKLEPIOS Kliniken GmbH“ den Zuschlag und sind mit Gründung der gGmbH am 1. Januar 1998 als Gesellschafter an unserer Einrichtung beteiligt. Es wurde ein Vertrag mit der „ASKLEPIOS Kliniken GmbH“ abgeschlossen, der die Unterstützung bei der Betriebsführung beinhaltet. Die für den Aufsichtsrat vorgeschlagenen Persönlichkeiten konstituierten sich unter dem Vorsitz von Landrat Robert Schöpp am 1. April 1998. In seiner Sitzung am 26. November 1998 beschloss der Aufsichtsrat das Kreiskrankenhaus umzubenennen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtung hatten sich mit zahlreichen Vorschlägen an der Namensfindung beteiligt. Am 02. Juli 1999 erfolgte in feierlicher Form die Umbenennung des Kreiskrankenhauses in „COLLM KLINIK OSCHATZ“.


 


 

Die Verwaltungsleiter und Verwaltungsleiterinnen des Oschatzer Krankenhauses von 1945 bis 1995; v.l.n.r.: Edmund Fritzsche (1945-1980), Lieselotte Wolf (1980), Holger Kabisch (1981-1995) und Veronika Neumann (1995)

Die gesundheitspolitischen Veränderungen in Deutschland hatten auch die duale Finanzierung der Krankenhäuser zur Folge, das Land Sachsen wurde für die Ausstattung und Sicherung der Bausubstanz verantwortlich und die Krankenkassen hatten für die laufenden Ausgaben aufzukommen. Das verlangte, die Patientenbetreung den Erfordernissen anzupassen und den ökonomischen Zwängen Rechnung zu tragen. Unter diesen Voraussetzungen fanden 1991 die ersten Pflegesatzverhandlungen nach bundesrepublikanischem Standard mit den Krankenkassen statt. Es wurde ein Gesamtbudget von 11,404 Millionen DM, davon 7,230 Millionen DM für Personalkosten festgelegt. Um nicht bereits im ersten Jahr nach der Wende Defizite zu erwirtschaften, war ein Personalabbau unvermeidlich. So mussten, wie schon beschrieben, Servicebereiche ausgegliedert werden. Dafür erhielt das Krankenhaus 1991 eine pauschale Bettenförderung von 10.000 DM pro Bett sowie 1992 und 1993 jeweils 8.000 DM pro Bett. Insgesamt wurden damit 5,2 Millionen DM für dringend benötigte Medizintechnik und sonstige Ausstattung gefördert. Die Heizung wurde zuerst über eine Einzelfördermaßnahme erneuert und auf Ölheizung umgestellt. Der Barackenersatzbau konnte 1992 gemeinsam mit der Röntgenabteilung und der Rettungsstelle komplett durch die Bereitstellung von Mitteln aus dem ehemaligen SED-Vermögen finanziert werden.

Dipl.-Ing. Jörg Bader, Verwaltungsdirektor (1995-1998) und seit 1998 Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses Oschatz/Collm Klinik Oschatz gGmbH

Seit 1993 wurde wegen der anhaltenden Finanzschwäche der Sozialsysteme gesetzlich verfügt („Gesundheitsstrukturgesetz“), dass das künftige Budget „gedeckelt“ wird. Es durfte prozentual nur um so viel erhöht werden, wie die Einnahmen der Krankenkassen stiegen. Diese Deckelung, die bis heute gilt, führte allerdings zu Problemen auf der Kostenseite. Bedingt durch den relativ niedrigen Tarifstand Ost gegenüber den alten Bundesländern wurde der verhandelte Personalkostenanstieg in den jeweiligen Budgets immer nur zum Teil finanziert. Die Folge waren permanente Einsparungsprogramme, auch zu Lasten des Personals. Nach Inbetriebnahme des Neubaus 1998 wollten die Krankenkassen die damit verbundenen Mehrkosten nicht akzeptieren. Im Rahmen einer Schiedsstellenentscheidung wurden dann allerdings mehr als 90 % der Mehrforderungen des Krankenhauses anerkannt und auch finanziert. Das Budget wurde mit 38,7 Millionen DM festgesetzt. Die zunehmenden Restriktionen der Krankenkassen fanden 2004 ihren vorläufigen Abschluss mit der Einführung von Fallpauschalen als komplexe Abrechnungsform eines Krankheitsfalles. Die Auswirkungen, verstärkt durch das verpflichtende ambulante Operieren, führten zu einem drastischen Rückgang der Verweildauer und der Bettenauslastung, damit zu einer Bettenreduktion und einem Rückgang der Beschäftigten sowie 2004 zur Auflösung der Station 1 und Einrichtung einer ambulanten Station. Diese Entwicklung setzte sich 2005 mit der Einführung der ambulanten Chemotherapie in der Gynäkologie fort. Mit einem Budget von 22,37 Millionen Euro ist die Collm Klinik in diesem Jahr mit 240 Betten im Landeskrankenhausplan ausgewiesen, 2006 nur noch mit 220 Betten. Diese Tendenz wird anhalten, da auch künftig der finanzielle Druck anhalten wird. Leider ist mit diesen politischen Vorgaben aber auch ein immenser  Mehraufwand besonders für die Ärzte verbunden. Bürokratische Dokumentationen und Kodierungen, ausufernde Anfragen der Krankenkassen und permanente Überprüfungen der pflegerischen und ärztlichen Leistungen durch den Medizinischen Dienste, die einer Bevormundung nahe kommen, degradierten den Arzt in den letzten Jahren zum niederen Büroangestellten.

Die Geschäftsleitung der Collm Klinik Oschatz; v.l.n.r.: Geschäftsführer Dipl.-Ing. Jörg Bader, Pflegedienstleiterin Dipl.-Med.-Päd. Ellen Strauch und der Leitende Chefarzt Privatdozent Dr. med. habil. Peter Friedrich

Mit der Einführung eines Qualitätsmanagementsystems wurden seit 2000 durch die Geschäftsleitung rechtzeitig alle betrieblichen Prozesse auf den Prüfstand gebracht und analysiert sowie neben einer optimalen medizinischen Versorgung der Service für die Patienten weiter verbessert. Der Kontaktpflege zwischen der Klinik und den Patienten kommt in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung zu. Aus diesem Grunde haben sich im Jahr 2001 ehemalige und erfahrene Krankenschwestern unserer Klinik bereit erklärt, als ehrenamtliche Patientenfürsprecher tätig zu sein. Neben der telefonischen Erreichbarkeit sind die Patientenfürsprecher einmal in der Woche persönlich im Krankenhaus zu sprechen. Mögliche Sorgen und Probleme, Wünsche und Anregungen der Kranken können so auf kurzem Wege und unbürokratisch an die Klinikleitung herangetragen werden.

Die jährliche Aktualisierung der Patientenbroschüren, die Veröffentlichung von Flyern zu wichtigen Krankheitsbildern und eine intensive Vortragstätigkeit der Ärzteschaft im Rahmen der öffentlichen Gesundheitspflege ergänzen die Bestrebungen nach einer umfassenden medizinischen Betreuung. Ständige Patientenbefragungen bestätigen die Richtigkeit dieser vielfältigen Bemühungen. In diesem Zusammenhang sind auch die Anstrengungen der Fachabteilungen, des Pflegedienstes und der Verwaltung des Krankenhauses um kontinuierliche hausinterne, regionale und überregionale Weiterbildungen für Ärzte, Pflegekräfte, Funktionsdienste und Verwaltungsangestellte zu sehen. Die vierteljährliche Herausgabe der hauseigenen „Kliniknachrichten“ für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist Bestandteil dieser Weiterbildungsmaßnahmen. Als eines der ersten Krankenhäuser in Deutschland haben wir 2004 die Zertifizierung nach dem Krankenhaus - Qualitäts-managementsystem erfolgreich abgeschlossen.

Neben den genannten Strukturveränderungen und Neuausrichtungen vollzogen sich in dieser Zeit auch zahlreiche Personalveränderungen. Nach dem altersbedingten Ausscheiden des langjährigen ärztlichen Direktors Dr. med. Günther Schmidt (1968–1992), wurde Herr Dr. med. Rolf Zahrend 1992 mit der Funktion des Leitenden Chefarztes betraut. Mit Wirkung vom 01. Oktober 1995 erfolgte die Einstellung von Dipl.-Ing. Jörg Bader als Verwaltungsdirektor und am 01. Januar 1998 die Ernennung zum Geschäftsführer. Die Chefärzte Dr. med. Rolf Zahrend (1992–1996) und Dr. med. Arnim Polednia (1974–1997) erreichten den verdienten Ruhestand. Am 01. Januar 1997 wurde Dr. med. Jürgen Schwarze zum Leitenden Chefarzt des Kreiskrankenhauses und zum Chefarzt der Chirurgischen Abteilung berufen. Privatdozent Dr. med. habil. Peter Friedrich übernahm am 01. Februar 1998 die Leitung der Inneren Abteilung an der Collm Klinik Oschatz. Mit der Aufnahme der Inneren Abteilung aus dem Sächsischen Krankenhaus Hubertusburg Wermsdorf in das Kreiskrankenhaus Oschatz leiteten Chefarzt Privatdozent Dr. med. habil. Peter Friedrich und Chefarzt Dr. med. Wolfgang Jüsgen vom 10.07.1998 bis 30.04.1999 gemeinsam die Innere Abteilung. Nach der Verabschiedung der verdienstvollen Oberschwester Renate Dörre (1986–1998) in den Ruhestand, konnte Frau Dipl.-Med.-Päd. Ellen Strauch am 01. Januar 1998 als Oberschwester eingestellt und am 01. September 1998 zur Pflegedienstleiterin ernannt werden. Am 07.06.2000 wurde Chefarzt Dr. med. Dietmar Pohl mit einer gelungenen Feierstunde in den Ruhestand begleitet und Chefarzt Dr. med. Matthias Wittig übernahm am 15.06.2000 die Abteilung für Anästhesie und Intensivtherapie. Chefarzt Dr. med. Jürgen Schwarze beendete sein Arbeitsverhältnis in unserem Haus am 30.09.2003 und wechselte in eine Chefarztfunktion am Diakonissenkrankenhaus Leipzig. Für die frei gewordene Chefarztstelle der Chirurgischen Abteilung wurde Herr Dr. med. Ulf Georgi am 01.11.2003 berufen. Am 31. Dezember 2004 trat Herr Chefarzt Dr. med. Manfred Schollmeyer in den Ruhestand. Auf Vorschlag der Geschäftsleitung wählte der Aufsichtsrat der Collm Klinik die Oberärztin der Abteilung, Frau Dr. med. Petra Meyer, mit Wirkung zum 01. Januar 2005 zur Chefärztin der Gynäkologisch-geburtshilflichen Abteilung.

Betriebsratsvorsitzende; v.l.n.r.: Anke Rädler (seit 2005) und Antje Dossmann (seit 1998)

Um der ständigen Zunahme der Leitungsaufgaben des Leitenden Chefarztes besser begegnen zu können, konstituierte sich im Frühjahr 2000 die „Klinikkonferenz“ mit dem Ziel, alle Chefärzte des Hauses mit Leitungsaufgaben in die Leitung der Collm Klinik zu integrieren. Mit der Ernennung von Herrn Privatdozent Dr. med. habil. Peter Friedrich zum Leitenden Chefarzt der Collm Klinik Oschatz am 01.07.2004, wurde diese Form der Leitungstätigkeit wieder verlassen.

Mit der Inbetriebnahme des Teilersatzbaus, der abgeschlossenen Rekonstruktion des Altbaus und den vollzogenen strukturellen Veränderungen wurde die medizinische Versorgung der Bevölkerung auf ein zeitgemäßes Niveau gebracht und den berechtigten Ansprüchen der Bürgerinnen und Bürger nach moderner Diagnostik und Therapie in umfassender Weise Rechnung getragen. Mit 300 motivierten Beschäftigten gehört unser Krankenhaus zu den größten Arbeitgebern in der Region und ist mit seinem ökonomischen Stellenwert ein wichtiger Faktor im Wirtschaftsleben des Kreises Torgau-Oschatz. Es muss das Ziel bleiben, unsere Patientinnen und Patienten menschlich und medizinisch in unverwechselbarer Weise zu betreuen und dem Leitbild unseres Krankenhauses stets gerecht zu werden. Nur dann dürfen wir darauf hoffen, dass der Krankenhausstandort in Oschatz auch in den nächsten Jahrzehnten seine Berechtigung hat.

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